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Di, 14. Februar 2006, 13:10

Software::Distributionen::Mandriva

Kritik an Bancilhon-Interview mit dem Mandriva-Club

In einem Interview mit dem Mandriva Club hat sich Geschäftsführer Bancilhon kritisch zu Ubuntu Linux geäußert, was jetzt eine harsche Reaktion auf einer Blog-Site der FSFE hervorgerufen hat.
Von ThomasS

In einem längeren Interview hatte der Mandriva Geschäftsführer sich zu seiner Arbeit und über aktuelle Probleme Mandrivas, den verschiedenen Erwartungshorizonten von Nutzern sowie Investoren gerecht zu werden, geäußert. Auf die Frage nach der Bedeutung des Erscheinens von Ubuntu winkte er zunächst ab. Unter Verweis auf andere "neuere" Community-basierte Distributionen wie Knoppix oder Gentoo versicherte er, dass man bei Mandriva "populäre Neuankömmlinge" aus der OSS-Welt sehr genau beobachte. Bislang sah Bancilhon keine heraufziehenden Schwierigkeiten für die Positionierung Mandrivas auf den Linux-Märkten.

Mit Ubuntu Linux könnte sich die Lage jedoch für Bancilhon durchaus ändern, da die Distribution im Gegensatz zu Mandriva sowohl für Nutzer als auch für Unternehmen kostenlos abgegeben werde. Dieses Geschäftsmodell sei für Mandriva nicht gangbar, das allein aus seinen Verkaufserlösen die Angestellten und Investoren bei Laune halten muss. Die Situation hat sich mit dem Erscheinen von Ubuntu Linux geändert, da sich die Distribution auf das "unerschöpfliche Scheckbuch" einer Person stützen könne. Er bezweifelt allerdings, dass dies eine solide Grundlage für ein gesundes Open-Source-Ökosystem einer gemeinschaftsbasierten Distribution sein könne. Darüber hinaus deutete Bancilhon an, dass wachsende Popularität und Marktanteile von Ubuntu Linux zu Lasten anderer, namentlich nicht näher genannter Distributionen gehen könne.

Gerade das letzte Statement hat jetzt eine harsche Kritik in einem Fellow-Blog der FSFE ausgelöst, auf der ein Autor mit dem Pseudonym Incinerator dem Mandriva-Geschäftsführer Unredlichkeit und Verbreitung von FUD vorwirft. Provokativ fragt Incinerator, was man im Hinblick auf solche Äußerungen von einer Open-Source-Firma halten soll. Zwar bezweifle er nicht, dass Mandriva eine gesunde Community habe. Dennoch hält er Mandriva für die Distribution einer Firma, nicht einer Gemeinschaft wie dies bei Debian, Arch Linux oder Gentoo der Fall sei. Schließlich könne man Ubuntu auch nicht auf die Person von Mark Shuttleworth reduzieren, da ja auch die Arbeit vieler Freiwilliger in der Form von Tests und Codebeiträgen in der Distribution steckt.

Es sei zwar denkbar, dass Ubuntu eine Distribution wie Mandriva aus dem Markt drängen könne, im Fall von Debian oder Gentoo sieht Incinerator allerdings keine Gefahr im Verzug. Grundsätzlich ist der Autor dem Geschäftsmodell Mandrivas durchaus gewogen, stellt er klar. Aber die Verbreitung von FUD über Ubuntu Linux ist in dieser Form nicht akzeptabel und lädt aus seiner Sicht nicht gerade zum Gebrauch von Mandriva Linux ein.

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Kommentare (Insgesamt: 38 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[6]: news die keiner braucht (orthograph, Do, 16. Februar 2006)
Re: hat Mandriva doch recht (Der Kenner, Do, 16. Februar 2006)
Re[2]: IMHO (hmhm, Mi, 15. Februar 2006)
Re: IMHO (brum, Mi, 15. Februar 2006)
Re: Shuttleworth/Ubuntu stört das community Klima. (plauderton, Mi, 15. Februar 2006)
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