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Sa, 25. März 2006, 17:54

Auch China will Billigcomputer produzieren

Die chinesische Firma YellowSheepRiver Municator hat auf der CeBIT einen Computer mit CPU aus eigener Herstellung präsentiert, der umgerechnet lediglich 146 US-Dollar kosten soll.

YellowSheepRiver Municator

Unter dem Motto »Say no to Wintel« war das in Macau ansässige Unternehmen auf der CeBIT präsent und zeigte dort Muster seines selbst entwickelten Computers. Dieser soll mehr chinesischen Benutzern zu einem Computer verhelfen und für umgerechnet 146 US-Dollar angeboten werden. Das Unternehmen sucht nach Partnern und ist auch daran interessiert, weitere Technologie für die weitere Entwicklung zu lizenzieren.

Die Spezifikationen des YSR-639 geben an, dass der Rechner nicht größer als ein Buch ist. Die Maße sind 180 x 145 x 37 mm und das Gewicht 0,65 kg. Als CPU kommt die Godson-CPU zum Einsatz, eine 64-Bit-CPU auf MIPS-Basis mit 400 bis 800 MHz. Der Chipsatz besteht aus Chips von Marvel und VIA, doch ist offenbar geplant, einen eigenen Chipsatz zu entwickeln, um letztlich ein komplettes System auf einem Chip (SOC) anbieten zu können. Das Flash-ROM des Gerätes ist 2 oder 4 MB groß, der Speicher kann bis auf 512 MB DDR-266-RAM ausgebaut werden. Als Grafikchip kommt ein Radeon 7000-M mit 16 MB Speicher zum Einsatz. Eine 40 GB-Festplatte, ein AC97-Audiochip und ein Realtek 8139D-Netzwerkchip ergänzen das System. Optional sind Akkus und eine WLAN-Karte erhältlich.

Der Rechner bringt alle üblichen Schnittstellen mit, darunter Sound, 4 USB 2.0-Ports, IrDA, S-Video, VGA, Ethernet, RS-232, PS/2 sowie einen IDE-Konnektor. Die Stromversorgung ist extern.

Als Betriebssystem wird eine eigene Distribution von MIPS-Linux mit dem Namen Thinix OS vorinstalliert. Thinix soll sehr benutzerfreundlich sein. Die wichtigsten Funktionen sind mit den Tasten 1-9 erreichbar. Das System kann angeblich vollständig mit der Maus oder mit der Tastatur oder mit beidem bedient werden. Die Software kann aktualisiert werden. Einsatzgebiete sind Web-Browsen, Email, Chat, IP-Telefonie, Textverarbeitung, Abspielen von Audio und Videos, E-Learning und einiges mehr. Dafür bringt Thinix OS Firefox, Thunderbird, Gaim, Skype, Red Office und MPlayer mit.

Der Computer von YellowSheepRiver Municator ist nicht der erste Versuch, mit billigen Rechnern für Entwicklungs- und Schwellenländer die »digitale Kluft« zu den Industrieländern zu überwinden. Eine der ersten Initiativen war der indische Simputer, der allerdings eher als Linux-basierter PDA zu bezeichnen ist. In Laos wurde der Jhai entworfen, der die ländliche Bevölkerung mit Internet-Zugang versorgen soll. Die Regierung in Thailand legte ein Programm auf, das Linux-basierte (und Windows-basierte gegen Aufpreis) Computer ab 225 ca. EUR für weite Bevölkerungskreise erschwinglich machen sollte. Das US-amerikanische MIT entwickelte im Jahr 2005 einen Billig-Laptop speziell für ärmere Länder. Bei Simputer, Jhai und MIT-Computer sind die Baupläne öffentlich und teilweise frei verfügbar.

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