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So, 24. April 2005, 00:00

Erstellen von DVD-Video-Disks

Das Erstellen von DVD-Video-Disks kann eine prima Unterhaltung sein. Mit Hilfe von kostenlosen Tools kann man unter Linux beliebiges Videomaterial, etwa von einer digitalen Videokamera, aus dem Internet oder von anderen DVDs auf eine DVD brennen. Solche DVDs kann man auch mit einem schönen und funktionalen Menü versehen - es genügen eine gute Idee, ein paar Bilder und einige Musikdateien.

Bildparameter

[DVDs]

LinuxPlus

[DVDs]

Der DVD-Standard nutzt meistens das MPEG-2-Format, trotzdem läßt seine Spezifikation auch die Nutzung des MPEG-1-Formats zu. In beiden Fällen ist die Größe des Bildes in Pixel strikt festgelegt. Für DVDs im PAL-Format sind ausschließlich folgende Auflösungen zulässig: 720x576, 704x576, 352x576 und 352x288. Bei der Kodierung im MPEG-1-Format steht lediglich die Auflösung 352x288 zur Wahl. Es ist schwer, irgendwelche Vorteile von MPEG-1 im Vergleich zu MPEG-2 zu finden, wir lassen daher dieses Format außer Acht. Der NTSC-Standard, der hauptsächlich in den USA genutzt wird, setzt andere Auflösungen voraus, und zwar: 720x480, 704x480, 352x480 und 352x240. Obwohl manche Hardware das NTSC-Format unterstützt, sollte man eher beim gängigen PAL-Format bleiben.

Die Framegröße ist der wichtigste Parameter einer MPEG-2-Datei, allerdings nicht der einzige, der zum einwandfreien Laufen von DVDs auf DVD-Video-Playern eingehalten werden soll. Wichtig ist auch die Framerate, die zwischen 24 fps und 25 fps liegen sollte (bei NTSC ist auch 29.97fps interlaced zulässig). Auch andere Parameter sind strikt festgelegt (die Bitrate beispielsweise muss unter 9.8 Mbps liegen), aber einfacher einzuhalten.

Glücklicherweise muss man nicht alle MPEG-2-Parameter genau kennen, um DVDs unter Linux erstellen zu können. Die verfügbare Videobearbeitungssoftware wurde bereits an das Brennen des Materials auf DVDs angepasst, daher genügt uns eine allgemeine Orientierung in diesem Thema.

In der Regel werden wir das Audioformat MPEG Layer-II stereo (MPEG-2) verwenden - es ist die standardmäßige Kodierungsart für Linux-Tools. Einen Audiostream in AC3 für fünf Kanäle werden wir auf DVDs nur in fertiger Form schreiben, z.B. nach seinem Kopieren von einer anderen DVD.

Konvertierung in MPEG-2

Nehmen wir an, Sie haben ein paar Video-Dateien, die Sie auf eine DVD-Video-Disk schreiben wollen. Ob ihr Format MPEG oder AVI ist, ist für uns nicht wichtig. Die strikten Anforderungen von DVD-Playern bewirken, dass wir all diese Dateien von Anfang an komprimieren müssen. Die einzige Ausnahme können MPEG-Dateien sein, die man mit Hilfe von tcextract von VOBs auf einer DVD extrahieren und mit Hilfe des Programms mplex kodieren kann. Wenn Sie ausschließlich solche Dateien besitzen, können Sie unmittelbar zur Beschreibung des Programms 'Q' DVD-Author übergehen. Nun schauen wir uns die Werkzeuge an, mit deren Hilfe wir eine beliebige Videodatei in ein DVD-kompatibles Format konvertieren können.

Tovid

Die Homepage des Programms Tovid

LinuxPlus

Die Homepage des Programms Tovid

Tovid ist eine Sammlung von umfangreichen Bash-Skripten und steht zum Herunterladen unter tovid.sf.net bereit. Nach dem Herunterladen der Datei tovid_0.17.tar.gz entpacken Sie das Archiv, wechseln in das Verzeichnis tovid_0.17 und führen als root den Befehl ./configure aus. Trotz seines Namens dient dieser Befehl nicht zur Konfiguration der Quellen, sondern zum Überprüfen, ob auf Ihrem System alle benötigten Programme installiert sind, und zum Kopieren aller Skripte aus dem Paket ins Verzeichnis /usr/local/bin.

Welche Programme benötigt Tovid zum Betrieb? Vor allem MPlayer und MEncoder, ImageMagick, Normalize sowie SoX - sie befinden sich wahrscheinlich in den anderen Paketen Ihrer Distribution. In ihrer Distribution fehlende Pakete müssen Sie in Sammlungen anderer inoffizieller Pakete suchen. Sie werden sicherlich die Pakete mjpegtools und ffmpeg benötigen. Tovid sucht außerdem nach transcode, dvdauthor und vcdimager, die allerdings entbehrlich sind, wenn man Tovid lediglich zur Vorbereitung von MPEG-2-Dateien für das Brennen auf DVD verwenden will. Zum Erstellen eines Menüs sowie der gesamten Struktur einer DVD verwenden wir ein anderes Programm.

Nachdem Tovid und die zu seinem Betrieb benötigten Programme auf Ihrem System installiert wurden, suchen Sie nach einigen Videodateien. Ich erstelle eine DVD mit zwei Musikclips, die ehemals mit Hilfe einer analogen TV-Karte aufgenommen wurden, und zwei kurze Reportagen, die als AVI-Dateien von www.castleparty.com heruntergeladen wurden. Eine solche DVD darf selbstverständlich nur für den privaten Gebrauch erstellt werden.

Die kommenden Versionen von Tovid werden über eine grafische Benutzeroberfläche verfügen, die allerdings jetzt schon auf der Webseite des Programms zu sehen ist. Aktuell können wir aber nur die Kommandozeile verwenden. Mein erstes Videomaterial habe ich folgendermaßen konvertiert:

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