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So, 15. März 2009, 00:00

Nagios - Automatische Überwachung einer IT-Infrastruktur, Teil 3

Aufbau einer einfachen Konfiguration

Nagios ist eines der populärsten Netzwerk-Überwachungsprogramme, da sich mit ihm Systeme und Rechner aller Größen effizient unter Kontrolle halten lassen. Die Konfiguration des freien Programms stellt allerdings eine anfängliche Hürde dar. Dieser Artikel zeigt, wie sie sich mit Leichtigkeit nehmen lässt.

Vorwort

Host-Übersicht: Alles im grünen Bereich

Hans-Joachim Baader (hjb)

Host-Übersicht: Alles im grünen Bereich

Nagios dient zur übersichtlichen Überwachung aller Netzwerkgeräte und verfügt über einen Event-Handler, der es erlaubt, Skripte lokal oder auf anderen Rechnern ausführen zu lassen. Nagios ist hochgradig modular, die meisten seiner Funktionen sind in Plugins realisiert. Das geht so weit, dass es ohne Plugins nutzlos ist.

Für diesen Artikel verwenden wir Nagios 2 (2.6.0 oder neuer), auch wenn es längst Nagios 3 gibt. Das hat vor allem den Grund, dass die Debian-Version 4.0 standardmäßig Nagios 2, nicht jedoch Nagios 3 enthält. Die Unterschiede zwischen beiden Versionen in der Konfiguration sind nicht sehr groß. In Nagios 3 wurden einige Erweiterungen vorgenommen, die die Konfiguration vereinfachen können, am Prinzip wurde aber nichts geändert. Hat man die Konfiguration von Nagios 2 verstanden, so lässt sich diese ohne Schwierigkeiten auf Nagios 3 übertragen.

Warum Nagios?

Schon vor Nagios gab es eine ganze Reihe von Programmen, die Ähnliches leisteten. Auch aktuell sind eine Menge von Alternativen verfügbar. Einige davon sind:

  • mon - Perl-basiertes Programm mit CGI-Ausgabe. Wegen seiner Einfachheit eigentlich ein interessantes Programm, aber die aktuelle Version 1.2.0 erschien bereits im Juni 2007. Davor gab es sechs Jahre lang keine als stabil deklarierte Version.
  • Zabbix ist eine Netzwerküberwachung, die sich komfortabel im Browser konfigurieren lässt - Manager-freundliche Grafiken inklusive.
  • Groundwork Monitor ist ein umfassendes Programm, das Nagios als Basis nutzt. Die freie Community Edition scheint mehr Funktionen als Nagios allein zu bieten, aber weniger als Zabbix.
  • Centreon beruht auf Nagios. Einige Erweiterungen wurden anscheinend noch nicht auf die neue Version 2.0 portiert, aber das Programm ist jedenfalls eine Betrachtung wert.
  • Xymon ist das Projekt Hobbit, das im November 2008 umbenannt wurde. Seine Konfiguration ist textbasiert, und man kann eigene Erweiterungen schreiben. Es scheint ein eher einfaches System zu sein, ähnlich mon.
  • Big Brother - Eines der ersten und zeitweise populärsten Überwachungsprogramme, das eine Menge Nachahmer fand. Es ist allerdings nach wie vor proprietär.

Ein genauerer Vergleich oder Bewertung dieser Programme ist an dieser Stelle nicht möglich. Für Nagios spricht aber, dass es weit verbreitet ist, was wohl durch seine Effizienz und Modularität, aber auch seine bereits lange Historie bedingt war. Demzufolge gibt es eine große Gemeinschaft, die weit über 1000 Plugins sowie alternative Frontends und andere Zusätze produziert hat - viele davon frei. Der Nachteil von Nagios ist die - ohne Zusatzwerkzeuge - schwierige Konfiguration. Die Konfiguration wollen wir Ihnen in diesem Artikel näherbringen.

Installation

Auf dem Server ist zunächst das Nagios-System zu installieren, was mit einem Kommando wie aptitude install nagios2 geschehen kann. Dabei wird bereits eine Beispielkonfiguration installiert, von der wir später Teile verwenden werden. Wir werden später noch andere Pakete benötigen, aber das genügt erst einmal.

Die Installation legt bereits eine Minimalkonfiguration an, die den lokalen Rechner überwacht. Dass es funktioniert, kann man sogleich in der Weboberfläche sehen. Rufen wir von einem anderen Rechner die URL http://host/nagios2/ auf, müssen wir uns zunächst authentifizieren. Der Benutzername ist nagiosadmin, das Passwort das, das man bei der Installation eingegeben hat.

Nachdem man die Weboberfläche ein Weilchen untersucht hat, wird man feststellen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Konfiguration zu ändern. Hierfür müssen wir woanders nachsehen. Wir halten die Oberfläche aber bereit, um unsere späteren Änderungen anzusehen.

Konfiguration

Bei der weiteren Konfiguration ist man weitgehend auf sich allein gestellt. Ein Konfigurationswerkzeug wird nicht mitgeliefert. Zwar gibt es Projekte, die eine mehr oder weniger komfortable Konfiguration (meist webbasiert) erlauben, aber das Nagios-Projekt selbst empfiehlt, sich erst einmal mit der textbasierten Konfiguration vertraut zu machen. Zunächst wird man sich daher einmal die Datei README.Debian in /usr/share/doc/nagios2 ansehen.

Minimalkonfiguration

Prinzipiell haben wir zwei Möglichkeiten: Wir ändern die vorhandene Konfiguration schrittweise ab, oder wir bauen eine ganz neue Konfiguration schrittweise auf. Letzteres ist für das Verständnis und die Klarheit der Konfiguration sinnvoller, daher räumen wir die vorhandene Konfiguration beiseite und legen ein neues Verzeichnis an:

cd /etc/nagios2
mv conf.d conf.d.old
mkdir conf.d
cd conf.d

Wo sollen wir beginnen? Ein kurzes Studium der Dokumentation zeigt uns, dass Nagios Dienste (Services) überwacht, die Hosts oder Hostgruppen zugeordnet sind. Hosts können in beliebig vielen Hostgruppen Mitglied sein. Services können zwar für jeden Host separat definiert werden, dabei wird es aber schnell dazu kommen, dass man immer wieder dieselbe Konfiguration hinschreibt, in der jeweils nur der Hostname anders ist. Wir beginnen daher mit der Konfiguration von Hostgruppen. Es gibt übrigens auch Servicegruppen, doch diese dienen nur zur Strukturierung der Anzeige und sind daher für uns zunächst ohne Belang.

Für unser Beispiel wollen wir vier Rechner verwenden: krakatau, stromboli, kilauea und rabaul. Krakatau ist hierbei der Server, der aber zugleich auch Client ist, denn er soll sich selbst in der gleichen Weise überwachen wie die anderen Rechner. Daneben wollen wir noch einen Default-Router namens gw überwachen (dies könnte z.B. der DSL-Router sein).

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