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Do, 30. August 2012, 15:00

GnuCash

Einsatz des freien Buchhaltungsprogramms

Das freie Buchhaltungsprogramm GnuCash macht sich auch im Privatbereich nützlich.

Welche Vorteile bringt eine Buchhaltung? Der Nutzer erhält eine perfekte Übersicht über seine gesamten Finanzen: Alle Einnahmen und Ausgaben lassen sich schnell für die private Planung und für Behörden (z.B. bei Steuererklärung oder Sozialleistungen) ermitteln. Ob für ein bestimmtes Gerät noch Garantie vorhanden ist, lässt sich mit der Buchhaltung schnell finden, ohne länger in Schubladen und Ordnern suchen zu müssen; gleiches gilt für Fragen bei Vertragslaufzeiten (z.B. für Handy oder Haftpflichtversicherung). Zudem entfällt das umständliche manuelle Aufschreiben und Berechnen von Einnahmen und Ausgaben mit GnuCash (fast) vollständig, da GnuCash über Online-Banking Girokontoumsätze abrufen kann, die der Anwender in Kategorien (= Konten) ordnet (= bucht). Selbstverständlich lassen sich aber auch Umsätze manuell eingeben, z.B. wenn etwas bar bezahlt wird.

Eine Besonderheit in GnuCash stellt die professionelle Doppelte Buchführung dar. Denn jeder Umsatz erscheint in zwei Konten: Über die Online-Banking Anbindung werden die Girokontoumsätze (Gehalt, Miete, Handy, Kfz-Versicherung, ...) abgerufen und alle Umsätze in das Konto »Girokonto« gebucht (weil das Geld in diesem Konto landet bzw. von dort weggeht). Vom Konto »Girokonto« müssen die Umsätze dann einem zweiten Konto wie Gehalt, Miete, Handy oder Kfz-Versicherung mit Mausklick zugeordnet werden. Mit der Doppelten Buchführung weiß man immer, woher das Geld kommt (Erträge »Gehalt«) und wohin es geht (Aufwendungen »Handy«). Klickt der Anwender auf das Konto »Handy«, erscheinen alle Handyumsätze, d.h. man sieht auf einen Blick alle Ausgaben über die verschiedenen Monate und kann schnell und einfach vergleichen, ohne in Ordnern suchen zu müssen.

Installation und Konfiguration

GnuCash ist den Paketquellen vieler Distributionen enthalten und lässt sich über das Paket gnucash installieren. Beim ersten Programmstart erscheint ein Assistent, mit dessen Hilfe sich alle relevanten Konten (mit Unterkonten), z.B. »Studium« (»Studiengebühren«, »BAföG«) oder Autobesitz (»Reparaturen«, »Benzin«) usw. erstellen lassen. Auch später können manuell Konten erstellt, umbenannt oder gelöscht werden. Der Assistent ist so gut, dass sogar berücksichtigt wird, dass das BAföG zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen und zur anderen Hälfte aus einer Förderung, die nicht zurückbezahlt werden muss, besteht: Darum gibt es für BAföG ein Konto unter Aufwendungen und eines in Erträge.

Erstellen der Konten im sogenannten Kontenrahmen

Mayir Aras

Erstellen der Konten im sogenannten Kontenrahmen

Die GnuCash-Datei speichert man am besten in einem eigenen Ordner, z.B. »Buchhaltung«. In demselben Ordner werden auch die automatischen Backups gespeichert. Die Einstellungen hierfür finden sich im Menü Bearbeiten -> Einstellungen unter dem Register Allgemein -> Dateien -> Zeitintervall automatisch speichern und »Logdateien aufbewahren«. Die Backups selbst werden als Dateiname.xac.JJJJMMTThhmmss.gnucash gespeichert.

Für die praktische Online-Banking-Anbindung werden Daten für den HBCI-Zugang benötigt. Der HBCI-Zugang ist vergleichbar mit Benutzername, Kennwort und IMAP/POP3-Zugangsdaten von E-Mail Anbietern. Benötigt werden fünf Angaben: Server-URL der Bank, HBCI-Version, Benutzername, Benutzerkennung und Kundennummer. Die drei letztgenannten können eine andere Bedeutung haben, als ihre Namen suggerieren und sind bei Banken nicht einheitlich. Die HBCI-Angaben sind meistens schwer auf der Bankenhomepage zu finden – bei Problemen beim Kundenservice anrufen.

Zur Veranschaulichung wird die Konfiguration eines Kontos bei der comdirect-Bank durchgeführt. Mit Hilfe eines Assistenten, den man im Menü Werkzeuge -> Onlinebanking Einrichtung... findet und mit einem Klick auf »Aq-Banking Einrichtungs-Assistenten starten« startet, wird die Online-Banking-Anbindung in GnuCash eingerichtet: Zuerst legt man im Register »Benutzer« einen Benutzer an und wählt das HBCI backend using AqHBCI aus. Danach gibt man unter »PIN/TAN einrichten« die Bankdaten ein. Bei der comdirect-Bank (Bankleitzahl: 20041133, Bankname: comdirect, Server-URL: https://hbci.comdirect.de/pintan/HbciPinTanHttpGate) entspricht der Benutzername der Kontonummer, die Benutzerkennung der Zugangsnummer zum Login auf der Homepage und die Kundennummer wird leer gelassen. Unter »Erweiterte Einstellungen« wählt man die HBCI-Version 2.2 aus. Im Anschluss wird die Anbindung getestet: Nachdem man das Sicherheitszertifikat akzeptiert und mehrmals die PIN für das Online-Banking eingeben hat, ist die Online-Banking-Anbindung abgeschlossen.

Nun müssen die Online-Banking-Konten, normalerweise ein Girokonto und ein Sparbuch, den passenden GnuCash-Konten (»Girokonto« und »Sparbuch«) zugeteilt werden, damit die Umsätze im richtigen Konto verbucht werden. Im offenen Fenster »Aq-Banking-Einrichtung« stellt man dazu im Reiter »Konten Währung (EUR)« und »Kontoart« (Girokonto bzw. Sparkonto) korrekt ein. Am Schluss öffnet sich ein Fenster »Grundlegende Online-Banking Einrichtung«, in der die endgültige Zuteilung der beiden Konten den passenden GnuCash-Konten erfolgt: Auf das Kästchen hinter »Neu« klicken und das richtige Konto auswählen: Girokonto: Aktiva -> Barvermögen -> Girokonto. Hier sollte man die Kontonummern beachten, damit keine Verwechslung von Girokonto und Sparkonto erfolgt.

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