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So, 19. Dezember 2004, 00:00

Erste Erfahrungen mit StarMoney 4.0 unter Linux

Vorwort

Nachdem vor einigen Wochen schon über die Beta zu der Finanz- bzw. Homebanking-Software StarMoney 4.0 der Star Finanz GmbH berichtet wurde, scheinen die Tests nun abgeschlossen zu sein. Den Funktionsumfang von StarMoney kann man auf der Webseite abfragen. Alles in allem ist die Funktionalität gegenüber der Windows-Version etwas eingeschränkt.

Jeder Interessierte kann sich auf der Webseite von StarMoney registrieren lassen und erhält per Mail die Downloadadresse für die Vollversion, die allerdings nur 30 Tage kostenlos nutzbar ist.

Download

Gleich am Anfang der Installation wird nochmals auf die notwendige Windows-Lizenz und den Alpha-Status von Wine verwiesen

Marcus Fischer

Gleich am Anfang der Installation wird nochmals auf die notwendige Windows-Lizenz und den Alpha-Status von Wine verwiesen

Der Download von StarMoney umfasst satte 41,5 MB, hinzu kommen noch etliche Megabytes für den Internet Explorer und weitere Windows-Komponenten. Für jemanden, der keinen DSL-Anschluss hat, sicherlich eine große Geduldsprobe.

Und - ja, richtig! - es handelt sich nicht um eine native Linux-Anwendung; bei dieser Version handelt es sich um eine für Wine angepasste Windows-Installation. Aus diesem Grunde weist Star Finanz auch darauf hin, dass man zur Installation eine gültige Windows-Lizenz benötigt. Schön für Microsoft, unschön für die Anwender, die endlich das Windows-Zeitalter hinter sich lassen wollen.

Installation

Schock für Linuxer: der Internet Explorer wird installiert!

Marcus Fischer

Schock für Linuxer: der Internet Explorer wird installiert!

Während der Installation wird auch ein Ordner mit den verschiedenen Verknüpfungen auf dem Desktop erstellt

Marcus Fischer

Während der Installation wird auch ein Ordner mit den verschiedenen Verknüpfungen auf dem Desktop erstellt

Die Installation wird über ein Shell-Skript gestartet. Während des Installationsvorganges werden nicht wenige Fehlermeldungen ausgegeben, die man aber alle wegklicken kann oder soll. Etwas erschütternd war es aber schon, da man sich ständig fragt, ob sich die Mühe lohnen wird oder nicht. Endlich ist es aber geschafft und sogar ein eigenes Icon wurde auf der Arbeitsoberfläche abgelegt. Jetzt wird es spannend...

Initialisierung

Die StarMoney-Installation unter Wine

Marcus Fischer

Die StarMoney-Installation unter Wine

Nach einem beherzten Klick startet Star Money und sieht tatsächlich aus wie unter Windows. Naja, ist ja auch irgendwie logisch. Nach der Anmeldung mache ich mich gleich an die Erstellung eines HBCI-Sicherheitsmediums. Die Chipkarte wird unter dem Linux-StarMoney nicht unterstützt, also muss man wohl oder übel auf die ungeliebte Diskette ausweichen. Alles klappt einwandfrei und stimmt mich schon ganz optimistisch. Doch beim Verbindungsaufbau in das Internet stürzt StarMoney ab.

Okay, mein Fehler. Vielleicht hätte ich vorher die Internet-Verbindung einstellen sollen. Also noch ein Versuch. Die Software baut tatsächlich eine Verbindung auf, jedoch zuerst zum StarFinanz-Server, um die aktuellen Updates herunterzuladen. Das war es dann auch wieder. Absturz.

Ich bleibe hartnäckig und versuche es weiter. Diesmal deaktiviere ich die automatische Suche nach Updates. StarMoney verlangt nun tatsächlich den Benutzernamen und die PIN der HBCI-Diskette. Noch sieht alles ganz gut aus, bis StarMoney die Internetverbindung kappen möchte. Was passiert? Aha, ein Absturz.

StarMoney nach der HBCI-Initialisierung

Marcus Fischer

StarMoney nach der HBCI-Initialisierung

Besonders ärgerlich empfinde ich, dass nach einem Absturz die ganzen Vorgaben (kein automatisches Update, Online-Verbindung halten etc.) wieder auf die Default-Werte gesetzt werden.

Irgendwie schaffe ich es, die Schlüssel zum Server meiner Bank zu übermitteln. Kurze Zeit später ist meine HBCI-Benutzerkennung freigeschaltet und ich versuche, die Kontoauszüge abzuholen.

Doch trotz intensiven Probierens wird meine Mühe nicht mit Erfolg gekrönt. Ich gebe auf und beschließe, demnächst mal Moneyplex und GNUCash ausführlicher zu testen.

Da die StarFinanz GmbH an allen möglichen Stellen auf den Beta-Status von Wine verweist, kann man wohl von dort keine große Unterstützung erwarten. Im Zweifelsfall ist es halt Wine, das den Fehler verursacht.

Fazit

So sehr grundsätzlich das Engagement einer Softwareschmiede für Linux zu begrüßen ist: eine nicht oder nur mangelhaft funktionierende Software zum Preis von knapp 30 Euro macht keinen Sinn. Wer eine Homebanking-Software einsetzen möchte, ist mit StarMoney unter Windows sicherlich gut bedient. Aber unter Linux gibt es glücklicherweise doch Alternativen, die besser funktionieren und dem Anwender weniger Frust bescheren. Moneyplex war zumindest bei SuSE 9.0 und 9.1 in einer Light-Version dabei und GNUCash dürfte sowieso allen Linuxianern ein Begriff sein.

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