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So, 3. August 2003, 00:00

Open-Source-Migration der Monopolkommission

Beispiel einer Migration von Windows 2000 auf Open-Source-Software.

Die Ausschreibung des BSI

Im Juni vergangenen Jahres wurde seitens des Bundesinnenministers die Initiative ergriffen, Open-Source-Projekte in Bundesbehörden zu initiieren, um die Einsatzfähigkeit von Open-Source-Software und im speziellen Linux zu evaluieren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) suchte daraufhin Behörden, die im Rahmen eines Pilotprojektes bereit waren, eine entsprechende Umstellung durchzuführen. Die Monopolkommission war dazu bereit.

Die Aufgaben der Monopolkommission als Determinante für die IT-Struktur In der Monopolkommission arbeiten Wissenschaftler als Gutachter für die Bundesregierung an der Erstellung von Gutachten zur regelmäßigen Beurteilung des jeweiligen Standes und der absehbaren Entwicklung der Unternehmenskonzentration in Deutschland unter wirtschafts-, insbesondere wettbewerbspolitischen Gesichtspunkten, der Würdigung der Vorschriften über die Zusammenschlusskontrolle und der Stellungnahme zu aktuellen wettbewerbspolitischen Fragen. Die Kommission besitzt gegenüber Unternehmen kein Auskunftsrecht. Amtliche Daten unterliegen den jeweils für sie geltenden Vertraulichkeits- und Geheimhaltungsvorschriften.

Im Zusammenhang mit diesen Aufgaben nutzen die wissenschaftlichen Mitarbeiter den Arbeitsplatzrechner, um Texte zu erstellen, Daten auszuwerten und Daten zu präsentieren und Daten mit anderen per Email auszutauschen. Die Daten werden aus unterschiedlichen Bereichen und in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung gestellt oder über Internet-Recherche erhoben. Neben den wissenschaftlichen Mitarbeitern und ihren Aufgaben hat die Monopolkommission weitere Mitarbeiter, die unterschiedliche Aufgaben wie Bibliotheksverwaltung und Sekretariat und die Aufgaben der Geschäftsstelle der Monopolkommission übernehmen. Auch diesen Mitarbeitern sind in der Hauptfunktion Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Email zuzuordnen. Darüber hinaus sind jedoch auch die Zusammenstellung von Zeitungsquellen, CD-Archivierung, allgemeine Funktionen wie Terminkalender, scannen, Webseiten erstellen, farbig drucken u.v.m. im Bereich der Mitarbeiter zu finden. Diese bereits bestehenden Aufgaben aller Mitarbeiter der Monopolkommission waren durch die Migration der Arbeitsplatzrechner und der Server auf Open-Source-Software unbehindert weiterzuführen.

Die Auswahl der Distribution

Im Rahmen der Bieterkonferenz zum Auftrag standen acht verschiedene Firmen vor der Aufgabe, sowohl den Projektverantwortlichen des BSI als auch der Monopolkommission eine Aussage über Präferenzen für die einzusetzende GNU/Linux-Distribution zu geben. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmensvertreter sprachen sich für Debian aus, da das Thema Softwareverteilung und Stabilität für die PC-Arbeitsplätze (Clients) mit besonderer Bedeutung versehen war.

Ziel der Migration

Ziel der Servermigration war eine harmonische Client/Server-Landschaft, welche flexibel einsetz- und erweiterbar sein sollte und die Gesichtspunkte Wartbarkeit, Verfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit berücksichtigte. So wurden sämtliche Serverkomponenten bzw. Dienste an die Anforderungen der Clients angepasst, insbesondere hinsichtlich zentraler Administration, Datenhaltung, Update-Fähigkeit der Clients und dynamischer Benutzerkonfiguration. Im Feinkonzept wurde festgelegt, dass die Konfiguration der einzelnen Arbeitsplatzrechner ausnahmslos von zentraler Stelle über einen Administrationsserver, die INFRAppliance Administration Console, erfolgt. Als Hardware für die Serverkomponenten sollte die vorhandene Hardware (Dell Poweredge 2500) genutzt werden.

Sämtliche Funktionalitäten sollten übersichtlich und einfach zu administrieren sein, um einen schnellen Umstieg für die Administratoren zu ermöglichen. Ziel der Client-Migration war der Austausch der vorhandenen Applikationen durch gleichwertige OSS-Applikationen oder Applikationen, die auf dem OSS-Betriebssystem GNU/Linux lauffähig sind. Die Nutzer sollten sich dabei so einfach und so schnell wie möglich an die veränderte Umgebung gewöhnen und alle wesentlichen Funktionen ihres bisherigen Arbeitsplatzrechners wiederfinden. Dabei sollte eine Vor-Ort-Administration weitgehend unterbleiben können. Gleichzeitig sollte für die sensiblen Daten eine zentrale Datensicherung und eine den hohen Sicherheitsanforderungen der Monopolkommission gerecht werdende Zutrittsbeschränkung zu den Daten implementiert werden. Die Anschaffung von neuer Client-Hardware sollte so weit als möglich unterbleiben.

Das Konzept

Als Clients sollten handelsübliche PC zum Einsatz kommen, auf denen als Betriebssystem die Debian-Distribution des GNU/Linux mit Namen »Woody« installiert wird. Die Clients selbst halten die Applikationen vor und setzen ihre Prozessorleistung zur Ausführung der Applikationen ein. Daher sollten Clients mindestens mit Pentium II oder Celeron (500 MHz) oder AMD K6-2 ausgestattet sein. Die Druckaufbereitung, das Scannen von Daten, die Webcam u.v.m. werden vom PC übernommen. Alle Applikationen der Monopolkommission, die auf dem Betriebssystem Windows 2000 lauffähig waren, wurden durch Open-Source-Software (OSS) oder OSS-lauffähige Applikationen ersetzt. Einzige Ausnahme ist ein von der Firma Hoppenstedt erstellte CD-ROM für Firmendaten, deren Applikation Einträge in die Windows-Registry vornimmt. Jedoch auch hier konnten durch Mitarbeiter eines anderen Pilotprojektes (Bundeskartellamt) Erfreuliches berichtet werden und auch diese Applikation steht unter Linux (mit WINE) zur Verfügung.

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