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Mi, 19. April 2000, 00:00

Red Hat 6.2 Deluxe Test

In diesem Artikel sind die Vorzüge und Nachteile der neuen Red Hat-Distribution zusammengefasst. Im Gegensatz zur Vorgängerversion kann man wirklich sagen, daß Red Hat gearbeitet hat und viele der bekannten Mängel beseitigt hat. Die neue Distribution trägt den Namen "Zoot".

RedHat 6.2 Deluxe

Red Hat

RedHat 6.2 Deluxe

Lieferumfang

Wie immer dabei sind zwei CDs, die das Red Hat-Linux-System und dessen Sourcen enthalten. Diese sind in einer Plastikhülle untergebracht, welche bei mir etwas zerkratzt angekommen ist. Wie immer ist die erste CD bootfähig, sofern man ein BIOS besitzt, welches diese Funktion unterstützt. Zwei Zusatz-CDs der Deluxe-Version für Produkte anderer Hersteller und zusätzliche Open-Source-Software für das Linux-System sind auch dabei. Die zwei Zusatz-CDs befinden sich in dieser Version in einer Papphülle. Das Herausfallen der CDs ist schier unmöglich, im Gegenteil: man hat alle Hände voll zu tun, wenn man die CDs da herausbekommen will. Diese Papphülle ist außerdem mit einem Siegel versehen.

Novum ist hier eine fünfte CD, die das Red Hat-Installationshandbuch, das "Erste Schritte"-Handbuch und das fehlende "Referenz-Handbuch" enthält. Weiter im Paket enthalten sind ein Pappstreifen, wo "Zuerst das Wichtigste" draufsteht, ein Handbuch mit dem Titel "Installationshandbuch" mit einer Stärke von 121 Seiten und ein Handbuch, dessen Titel "Handbuch erste Schritte" lautet und eine Stärke von 408 Seiten aufweist. Weiterhin enthalten sind zwei Prospekte. Der eine dient zur Werbung und der andere gibt Hinweise über "Training und Zertifizierung". Ein Zettel, der Hinweise über Bugfixes für den Perc 2/SC-RAID-Controller und für 810-basierende Chipsätze enthält, ist auch Bestandteil der Distribution.

Die letzten drei Einheiten im Paket sind Red Hat-Aufkleber, eine Boot-Diskette und ein Faltblatt über die ISDN-Konfiguration.

Das Installationsprogramm

RvB

Das Installationsprogramm

Installation

Wie auch schon in der Vorgänger-Version kann man zwischen einer grafischen Installation, einer Text-Modus-Installation oder einer Experten-Installation wählen. Die erste CD bootet vollautomatisch, insofern BIOS und CD-ROM-Laufwerk diese Funktion unterstützen. Meine Maus, ein Trackball von Digit, und meine Grafikkarte ELSA Winner1000 Trio/V mit S3 Trio64V+ Chipsatz wurden beide automatisch erkannt. Auch die 2 MB der Grafikkarte sind korrekt erkannt worden, sowie mein Modem. Laut Red Hat erkennt die Installation ATAPI-Zip-Laufwerke auch automatisch, was ich aber nicht überprüfen kann.

Während des ganzen Installationsprozesses ist links eine Hilfe eingeblendet, die man besser lesen sollte, es sei denn, man will bei einer Workstation-Installation seine ganzen Linux-Partitionen flachlegen. Diese Hilfe ist auch ausblendbar.

Warum jedoch als Keyboard-Layout US-Amerikanisch voreingestellt ist, ist fragwürdig, da es sich doch um die deutsche Version handelt. Eine sehr große Neuigkeit ist die partitionslose Installation, für die, die einfach mal Linux testen wollen. Dabei werden ext2-Images auf eine beliebige FAT-Partition geschrieben. Daß das mit Geschwindigkeitsverlust endet, ist klar. Wenn man sein Linux dann wieder löschen oder es auf eine eigene Partition installieren will dann braucht man nur die Images zu löschen. Was ich schon bei der letzten Version bemängelt habe, ist der Partitionierer. Er erstellt immer dort Partitionen, wo er nicht soll. Sowohl für Einsteiger als auch für Profis ist dies eine sehr schwierige Angelegenheit. Zum Glück bietet Red Hat eine zusätzliche Option an: man kann auch fdisk für die Partitionierung einsetzen, was zwar schwieriger zu bedienen ist, aber auf jeden Fall tut, was man will. An dieser Stelle gibt es einen Minus-Punkt für den "Disk Druid" von Red Hat und einen Plus-Punkt dafür, daß eine Alternative bereitgestellt wird. Wieder fehlt es an der Funktionalität des LILO-Konfigurationsprogramms. Anscheinend verbessert Red Hat diesen Teil aus Prinzip nicht. Es ist weiterhin nicht möglich, neue Einträge hinzuzufügen. Bei der Auswahl der Zeitzone darf man sich die Stadt aus einer Weltkarte anklicken. Das sieht zwar gut aus, ist aber absolut nicht zu gebrauchen. Man sollte seine Zeitzone lieber aus der Liste suchen.

Ein Vorteil gegenüber anderen Distributoren ist die Konfiguration der Authentifizierungs-Methoden für die Benutzer. Shadow-Passwörter, MD5-Passwörter sowie NIS ist an- und abschaltbar. Bei der Paket-Auswahl kann man einzelne Pakete auswählen oder nach Gruppen entscheiden. Wenn man einzelne Pakete auswählt, sind die Pakete in Einer Baum-Struktur gegliedert, wobei die Trennung zwischen "Development" und "Kernel Development" bei der Gruppen-Auswahl für mich keinen Sinn ergibt. Bei der Gliederung der Einzelpakete ist die Trennung von "Development" und "Entwicklung", "System Environment" und "Systemumgebung" und "Anwendungen" und "Applications" mehr als übertrieben. Die Vorauswahl der einzelnen Pakete läßt auch zu wünschen übrig. Zum Beispiel waren weder "vi" noch "mc" noch "man" zur Installation standardmäßig vorgesehen.

Bei der X-Konfiguration wurde die horizontale und die vertikale Sync-Rate korrekt erkannt. Was stutzig macht, ist, daß der Chipsatz der Grafik-Karte zum Start der Installation korrekt erkannt wurde (Trio64V+) und bei der X-Konfiguration nur noch ein Trio64V erkannt wurde.

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