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Do, 8. September 2016, 15:00

Wechselnde Hintergrundbilder mit Aura

Programme zum Einblenden wechselnder Hintergrundbilder in bestimmten Intervallen gibt es viele. Hier wird Aura vorgestellt, das ziemlich einfach ist, aber unter Umständen einiger Anpassungen bedarf.

Desktopumgebungen, vor allem die größeren wie Gnome und KDE, bringen bereits eingebaut die Möglichkeit mit, in periodischen Abständen wechselnde Hintergrundbilder einzublenden. Benutzer anderer Umgebungen oder einfacherer Window-Manager können diese Funktionalität mit externen Programmen nachbilden. Dabei ist die Auswahl an solchen Programmen recht groß; schon eine Suche auf Pro-Linux ergibt etliche Treffer, und diese Liste kann noch lange nicht vollständig sein.

Unter dieser großen Auswahl habe ich mich recht willkürlich für Aura entschieden. Aura ist letztlich nur ein Shell-Skript und wurde vor zwei Jahren das letzte Mal aktualisiert. Im Prinzip würde das Alter des Skripts nichts ausmachen, da sich am X-Desktop wenig geändert hat. Allerdings hat sich das Umfeld in dieser Zeit schon ein wenig geändert. Das äußert sich zum einen darin, wo die Konfigurationsdatei gespeichert werden sollte - eine triviale Anpassung. Schwieriger ist schon, dass Aura zum Anpassen der Bildgrößen auf Gimp mit dem Liquid Rescale Plugin setzt. Ich konnte dieses Plugin nicht zum Laufen bekommen und habe daher dem Gimp-Aufruf ersetzt.

Aura lässt sich von Sourceforge herunterladen; die aktuelle Version ist 1.11. Etwas neuer ist der Stand auf Github, doch die Unterschiede waren für mich nicht von Belang.

Die Voraussetzungen zum Verwenden von Aura sind gering. Da das Gimp-Plugin nicht laufen wollte, ist die einzige nötige Voraussetzung das kleine Werkzeug xprintidle. Dies ist in Debian im gleichnamigen Paket zu finden und wird mit apt-get install xprintidle installiert.

Wie schon angedeutet, habe ich am Shell-Skript aura zwei Änderungen vorgenommen. Die erste betrifft die Variable wps_dir, die am Anfang des Skripts definiert wird. Die entsprechende Zeile habe ich von

wps_dir=~/.aura

in

wps_dir=~/.cache/aura

geändert, um mehr dem aktuellen Dateisystem-Standard zu entsprechen. Man muss dieses Verzeichnis nicht anlegen, Aura tut das selbst.

Nahe dieser Zeile ist die Einstellung, wie oft das Hintergrundbild gewechselt werden soll. Man kann diese beliebig einstellen, zum Beispiel auf 60 Sekunden, wenn man das mag, oder auch auf mehrere Stunden.

Die zweite Änderung war, den Aufruf von Gimp durch das halbwegs äquivalente feh --no-fehbg --bg-fill zu ersetzen, eine Alternative wäre hsetroot -full. Wer den Dateibetrachter feh nicht installiert hat, muss dies daher nachholen. Der Code im Aura-Skript sah vor der Änderung so aus:

               err=$($gimp_cmd -ib "(catch\
                                       (gimp-message \"WPS-ERR:gimp_error\")\
                                       (gimp-message-set-handler ERROR-CONSOLE)\
                                       (python-fu-lqr-wpset RUN-NONINTERACTIVE "${bg}\"))\
                               (gimp-quit TRUE)" 2>&1 1>/dev/null |
                       tee -a "$log_err" | grep -o 'WPS-ERR:.\+')

und sollte danach so lauten:

               err=
               feh --no-fehbg --bg-fill "${bg}"

Der mit Gimp und Liquid Rescale erzielte Effekt ist damit natürlich nicht zu reproduzieren, aber für mich verzichtbar.

Nun benötigt man nur noch eine Sammlung von Bildern für den Hintergrund. Zum Testen startet man Aura mit

./aura -d wallpapers/~

wobei natürlich die Pfade zum Programm und zu den Bildern entsprechend anzupassen sind. Hat es so funktioniert, wie es soll, dann kann man diesen Aufruf in die Startdatei seiner Desktopumgebung oder Window-Managers verpflanzen.

Etwas Bastelei ist unter Linux bekanntlich immer möglich und führt zu einem optimal eingerichteten System. Nötig war es in diesem Fall nicht unbedingt, man hätte ja einfach ein anderes Programm probieren können. Aber Aura tut nun für mich, was es soll, das ist die Hauptsache.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes sind erlaubt. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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Kommentare (Insgesamt: 6 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Sehr interessant. (Janko Weber, Mo, 12. September 2016)
Re[3]: Sehr interessant. (luebking, Sa, 10. September 2016)
Re[2]: Sehr interessant. (kamome umidori, Sa, 10. September 2016)
Re: Sehr interessant. (luebking, Fr, 9. September 2016)
Re: Sehr interessant. (hjb, Do, 8. September 2016)
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