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Fr, 28. Juli 2006, 08:17

Gesellschaft::Politik/Recht

Zweiter Entwurf der GPLv3 liegt vor

Die Free Software Foundation (FSF) und das Software Freedom Law Center (SFLC) haben den zweiten Entwurf der GPLv3 und den ersten öffentlichen Entwurf der LGPLv3 vorgelegt.

Der Prozess der Formulierung und öffentlichen Begutachtung der neuen Version der GNU General Public License (GPL) ist nun etwa zur Hälfte abgeschlossen. Die GPL ist die meistgenutzte freie Software-Lizenz: Zwei Drittel bis drei Viertel aller Projekte tragen den GPL-Stempel. Mehr als 15 Jahre blieb der Lizenztext unverändert, doch die radikal geänderten äußeren Umstände machten eine Überarbeitung der Lizenz dringend notwendig.

Seit der Vorstellung des ersten Entwurfes hat die freie Softwaregemeinschaft intensiv über den Text diskutiert. Mehr als tausend Vorschläge für Verbesserungen wurden laut FSF eingereicht. Drei internationale GPLv3-Konferenzen in den USA, Brasilien und Spanien dienten der weiteren Diskussion. Die Autoren der GPLv3 haben eigenen Angaben zufolge alle diese Vorschläge beraten und zahlreiche Änderungen aufgrund dieser Wünsche in den neuen Lizenztext eingebaut. Dadurch, dass Personen auf der ganzen Welt beteiligt sind, will die FSF zu einem Lizenztext gelangen, der weltweit in den verschiedenen Rechtsauffassungen und in unterschiedlichen Situationen »konsistent« ist.

In dem neuen Entwurf wurde der umstrittene Absatz zu DRM (Digital Rights Management) eingeschränkt. Er bezieht sich nun nur noch auf DRM-Maßnahmen, die die Verbreitung oder Änderung von Software, die unter der GPLv3 steht, einschränkt. Die GPLv3 wird also nicht die Implementation von DRM generell verhindern, ermöglicht es den Benutzern aber jederzeit, DRM-Code aus GPLv3-Software zu entfernen.

Ferner wurde der Entwurf um einen Abschnitt über Lizenz-Kompatibilität erweitert. Auch wird die Tatsache berücksichtigt, dass bei einer Filesharing-Aktivität jeder Benutzer zum Distributor wird, auch wenn er sich dessen nicht bewusst wird. Solche »Distributoren« sollen nicht die üblichen Pflichten von Distributoren GPL-lizenzierter Software haben. Damit soll die Verbreitung von GPLv3-lizenzierter Software über BitTorrent und ähnliche Systeme rechtlich unbedenklich werden.

Erstmals ist nun auch ein Entwurf der mit der GPL verwandten GNU Lesser General Public License (LGPL) in Version 3 verfügbar. Wie Eben Moglen bereits angekündigt hatte, beruht die LGPLv3 ganz auf der GPL. Sie gibt den Anwendern auf dieser Basis zusätzliche Freiheiten, ohne den Text der GPLv3 zu wiederholen, und ist dadurch deutlich kürzer.

Die Diskussion über die GPLv3 soll sich nach dem Willen der FSF noch ein halbes Jahr hinziehen. Eine Reihe weiterer internationaler Konferenzen ist geplant, die nächste im August in Bangalore in Indien. Ein dritter Entwurf der GPLv3 soll im Herbst vorgestellt werden, gefolgt von der endgültigen Version Anfang 2007, spätestens aber im März 2007.

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Kommentare (Insgesamt: 24 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Nicht ohne Ironie (Der Hans, Mo, 31. Juli 2006)
Re[20]: DRM (Arnomane, Fr, 28. Juli 2006)
Re[2]: Verständnissfrage (Aha?, Fr, 28. Juli 2006)
Re[10]: DRM (pinky, Fr, 28. Juli 2006)
Re[3]: DRM (Arnomane, Fr, 28. Juli 2006)
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