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Do, 31. Mai 2007, 10:04

Gesellschaft::Politik/Recht

Linspire will Paketverwaltung optimieren

Mit OPIUM sollen die Probleme der Debian-Paketverwaltung APT in Rauch aufgelöst werden.

Der »Optimal Package Install/Uninstall Manager« (OPIUM) soll ein besserer Ersatz für Debians APT werden, geht es nach dem Willen von Chris Tucker und seinen Mitautoren, die eine Forschungsarbeit über die Paketverwaltung durchgeführt haben. Die Click-and-Run (CNR)-Architektur der auf Debian bzw. Ubuntu beruhenden Linux-Distribution Linspire war der Ausgangspunkt für Tucker. Linspire gewann im jahrelangen Einsatz von CNR, das im Hintergrund APT nutzt, einige Erkenntnisse über die Mängel von APT, die der Forscher nutzen konnte, um eine bessere Alternative zu entwickeln. Da CNR nun auf andere Plattformen über Linspire hinaus portiert wird, schien die Zeit reif, über grundsätzliche Verbesserungen nachzudenken.

Das Resultat seiner Arbeit, die auf der Konferenz ICSE in Minneapolis vorgestellt wurde, bezeichnet Tucker als Durchbruch. Tucker und seine Mitautoren analysierten die Schwachpunkte von APT. Ein Problem ist zum Beispiel, dass APT in bestimmten Situationen melden kann, dass ein Paket nicht installierbar sei, obwohl es erwiesenermaßen installierbar ist. Dies liegt an Mängeln in der Berechnung der Paketabhängigkeiten. Mathematisch ausgedrückt ist APT unvollständig, es findet also manchmal keine Lösung, obwohl es eine gibt. Es ist laut Tucker schwierig, APT entsprechend zu testen, da das Problem nur bei bestimmten Kombinationen von bereits installierten und zu installierenden Paketen auftritt.

Ein zweites Problem ist, dass oft eine große Menge von Daten heruntergeladen werden muss, um ein Paket zu installieren. APT lädt automatisch alle Pakete mit herunter, die nötig sind, um die Abhängigkeiten zu erfüllen, doch manchmal scheint es mehr zu installieren als nötig. Ein drittes Problem ist das der »optimalen Deinstallation«. Gelegentlich muss APT Pakete deinstallieren, um andere installieren zu können, wobei laut Tucker manchmal mehr deinstalliert wird als nötig. In den von den Autoren analysierten Fällen erlebten über 23%, also fast ein Viertel der Benutzer, im Laufe der Zeit mindestens einmal ein Problem mit APT.

Der »Optimal Package Install/Uninstall Manager« (OPIUM) soll diese Probleme lösen. Er liegt zur Zeit als Prototyp vor und soll bereits mit befriedigender Geschwindigkeit arbeiten, wenn auch langsamer als APT. Optimierungen der Geschwindigkeit sind jedoch in Arbeit. OPIUM stellt das Problem der Installation und Paketabhängigkeiten auf eine solide mathematisch-logische Grundlage. Nachdem eine entsprechende Formulierung des Problems geschaffen ist, wird es mit Hilfe von leistungsfähigen Tools gelöst, von denen bekannt ist, dass sie auf jeden Fall die beste Lösung finden, wenn es überhaupt eine Lösung gibt. Dieses System soll in die neue Version von CNR integriert werden. Der Autor hofft, dass auch die APT-Entwickler das System baldmöglichst aufgreifen.

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