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Do, 2. August 2007, 17:15

Software::Büro

Neue Organisation für Thunderbird?

Der freie Mailclient Thunderbird, den Mozilla nicht mehr selbst weiterentwickeln will, könnte von einer neu zu gründenden Firma fortgeführt werden.

Seit die Mozilla-Geschäftsführerin Mitchell Baker die Frage nach der Zukunft von Thunderbird aufgeworfen hat, erhielt sie nach eigenen Angaben zahlreiche Mails zu dem Thema. In mehreren Blog-Einträgen nimmt sie zu den immer wiederkehrenden Themen Stellung.

Zuerst stellt sie klar, dass die Entscheidung nichts damit zu tun habe, dass Google eine der Haupt-Einkommensquellen von Mozilla ist und Google den Mailclient Thunderbird als eine Konkurrenz zum eigenen Google-Mail-Angebot sehen könnte.

Thunderbird passt durchaus zu den Zielen von Mozilla, meint sie im nächsten Eintrag. Die Frage ist nur, wie dies am besten gestaltet wird, so dass das Projekt nicht länger vernachlässigt wird. Ihr erster Eintrag sei daher auch nur ein Aufruf gewesen, Vorschläge hierzu zu sammeln. Die Tendenz gehe dazu, eine eigene Firma zur Weiterentwicklung von Thunderbird zu gründen - zwei der Hauptentwickler hielten dies für die einfachste Lösung. Diese Firma könnte anfangs von Mozilla unterstützt werden. Das dürfte auch nötig sein, denn die Entwicklerbasis von Thunderbird ist bislang nicht sehr groß.

Der Grund, warum die Dinge nicht bleiben können, wie sie sind, ist laut Baker, dass Firefox so enorm wichtig für die gesamte Industrie geworden ist. Wenn die Arbeit an Firefox Ressourcen benötige, seien diese im Zweifelsfall von anderen Projekten wie Thunderbird abzuziehen, da Firefox Priorität habe. Auch der Code müsse in erster Linie den Anforderungen von Firefox gerecht werden. Die Benutzerbasis von Firefox sei mindestens um eine Größenordnung größer als die von Thunderbird.

Nicht zuletzt erwartet Baker, dass die Benutzung von Webbrowsern weiter zunehme. Mit zunehmender Benutzung von Webmail werde ein herkömmlicher Mailclient aber weniger interessant. Er könne nicht das gleiche Wachstum wie Firefox erreichen, oder die Bedeutung von E-Mail könnte gar abnehmen.

Finanzielle Aspekte waren kein Grund für Mozillas geplante Abkehr von Thunderbird. Baker verspricht, dass Mozilla die weitere Entwicklung von Thunderbird mit finanzieren wolle.

Die Diskussion unter den Entwicklern ist noch nicht beendet. Da Mozilla nur zwei bezahlte Entwickler für Thunderbird besitzt (gegenüber 35 für Firefox) und diese beiden (Scott MacGregor und David Bienvenu) eine eigene Firma favorisieren, ist die zukünftige Richtung bereits vorgezeichnet. Thunderbird sollte nach ihrer Meinung ein Gemeinschaftsprojekt wie Seamonkey werden, die Firma sollte sich um Finanzielles und Support kümmern. Mit nur zwei Personen ist die weitere Entwicklung von Thunderbird jedoch nicht zu schaffen, so dass erhebliche Beiträge aus der Gemeinschaft oder weitere Mitarbeiter nötig sein werden.

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