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Do, 25. Oktober 2007, 13:56

Unternehmen

Kritik an Microsofts Offenlegungs-Angebot

Das von der Europäischen Kommission als Sieg gefeierte Einlenken von Microsoft im Kartellprozess ist nach Meinung des FFII eine Aufforderung an Microsoft, für Softwarepatente abzukassieren.

Im September hatte der Europäische Gerichtshof den Einspruch von Microsoft gegen die Verurteilung im Kartellverfahren größtenteils zurückgewiesen. Teil der auferlegten Strafe für den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ist, dass Microsoft einige Schnittstellen von Windows offenlegen muss, um anderen Anbietern die Gelegenheit zu geben, mehr Interoperabilität mit anderen Systemen zu erzielen. Wenige Tage später forderte SerNet im Namen von Samba offene Protokoll-Spezifikationen von Microsoft. Nun hat Microsoft nach eigenen Angaben die Spezifikationen vorgelegt. Offen sind sie jedoch nicht. Ihr Preis beträgt 10.000 EUR. Ferner will Microsoft für angebliche Patente 0,4 Prozent des Erlöses von kommerziellen Produkten kassieren. Die Europäische Kommission hat diesem Vorschlag offenbar zugestimmt.

Für die Vertreter der Open-Source-Gemeinschaft zeichnet sich ab, dass diese Bedingungen nicht akzeptabel sind. Während eine Stellungnahme der Free Software Foundation Europe (FSFE) noch aussteht, hat die Foundation for a Free Information Infrastructure (Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur, FFII) das Vorgehen bereits kritisiert. Laut Benjamin Henrion, Vertreter der FFII in Brüssel, versteht die Kommission nicht, wie Open Source funktioniert. Wenn Microsoft mit diesem Angebot durchkommt, hat es die gerichtliche Niederlage in einen Sieg verwandelt, meint der FFII. Denn das Angebot sei für freie Softwareprojekte unannehmbar. Damit aber schadet die Europäische Kommission, die laut FFII nur an einem Sieg »auf dem Papier« interessiert war, der europäischen Wirtschaft, die zunehmend auf freie Software baut.

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