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Do, 12. Januar 2012, 14:37

Software::Systemverwaltung

Systemd v38 mit erster Log-Implementierung erschienen

Die Entwickler von Systemd haben das im November vorgestellte Log-System, das eng mit Systemd verzahnt ist, in Systemd v38 implementiert.

Mit dem in v38 integrierten Journal-Daemon Journald schufen Lennart Poettering und Kay Sievers, die Entwickler von Systemd, einen Ersatz für das gegenwärtige Log-System von Linux, das bisher weitgehend dem von anderen Unix-Systemen entsprach. Mit Journald werden die beiden Dienste systemd-kmsg-syslogd und systemd-stdout-kmsg-bridge ersetzt, was das Systemd-Paket vereinfacht. Doch die eigentliche Motivation von Journald war die Erkenntnis, dass das bisherige Log-System fundamentale Nachteile besitzt, die beispielsweise dann deutlich werden, wenn versucht wird, Logs besser mit Systemd zu integrieren.

Nachteile von Syslog sind unter anderem, dass die Meldungen nicht authentifiziert sind und somit gefälschte Meldungen eingetragen werden können, und dass die Meldungen in ihrer Form völlig frei sind. Werkzeuge, die die Meldungen analysieren wollen, müssen daher immer wieder an Änderungen des Formats angepasst werden. Zahlreiche weitere Nachteile lassen sich identifizieren. Die Zeitstempel enthalten keine Zeitzoneninformationen. Meldungen werden in verschiedene Dateien geschrieben, was ihre Zuordnung schwierig macht. Das Lesen der Logdateien ist ineffizient, da es lineare Zeit benötigt, und das Netzwerkprotokoll ist sehr eingeschränkt. Im Falle eines Einbruchs können die Logdateien verändert werden, ohne dass es bemerkt wird. Es gibt normalerweise keine Zugriffskontrolle außer den Unix-Dateirechten. Die Metadaten enthalten nicht den Namen des Dienstes und keinen monoton wachsenden Zeitstempel. Die Log-Rotation kann ein Vollaufen der Partition nicht verhindern. Prozesse werden nur sehr eingeschränkt daran gehindert, das Log übermäßig zu füllen. Die Kompression alter Logdateien macht den Zugriff darauf noch langsamer. Meldungen, die vor dem Start oder nach dem Ende des Daemons anfallen, werden nicht gespeichert, und Zusatzinformationen, die im Binärformat vorliegen, können nicht geloggt werden.

Die Implementierung von Journald berücksichtigt von Anfang an die neuen Ziele, die im ursprünglichen Vorschlag definiert wurden. Die jetzt veröffentlichte Version v38 von Systemd enthält laut Poettering schon einen großen Teil der geplanten Funktionalität. Das System ist mit dem klassischen Syslog kompatibel und kann für erste Tests eingesetzt werden. Die Dokumentation ist zur Zeit noch spärlich. Ebenso ist das Binärformat von Journald noch nicht dokumentiert, da sich die Entwickler Änderungen vorbehalten. Die Dokumentation soll im Laufe der nächsten Versionen ergänzt werden.

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Kommentare (Insgesamt: 29 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[7]: Ganz recht (Mann, So, 15. Januar 2012)
Re[7]: Ganz recht (renntag, Sa, 14. Januar 2012)
Re[6]: Ganz recht (blubb, Sa, 14. Januar 2012)
Re[5]: Ganz recht (k77, Sa, 14. Januar 2012)
Re: Die Dokumentation ist zur Zeit noch spärlich (blubb, Fr, 13. Januar 2012)
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