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Do, 3. Januar 2013, 12:00

Software::Desktop::Gnome

Shopping-Linse für Gnome-Shell

Nach dem Vorbild Ubuntus aktueller Unity-Version könnte auch die Gnome-Shell künftig eine Shopping-Linse bekommen. Der Entwickler Alan Bell hat dazu jetzt eine Beta-Version seiner Interpretation eines »Shopping Search Providers« für die Gnome-Shell als Gnome-Extension veröffentlicht, die sich im Unterschied zum Original vom Benutzer in ihrem »Verhalten« den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt.

Shopping-Linse in der Gnome Shell

Alan Bell

Shopping-Linse in der Gnome Shell

Zwar hatte die Einführung der Shopping-Linse in Ubuntu 12.10, die beispielsweise bewirkt, dass Ubuntu bei einer Suchanfrage auf dem Desktop auch Ergebnisse aus Amazons Online-Shop einblendet, in der Gemeinschaft heftige Diskussionen ausgelöst, einschließlich entsprechender Wortmeldungen des FSF-Gründers Richard Stallman, nicht jeder Nutzer scheint aber der Idee ablehnend gegenüber zu stehen, insbesondere seit sich die Funktion abschalten lässt.

Auch Alan Bell hat laut eigenen Angaben ausgiebig mit der Shopping-Linse experimentiert und nutzt die Funktion selbst für seine Einkäufe bei Amazon, was ihn zum Entwickeln seiner als Gnome-Shell-Erweiterung realisierten Gnome-Variante inspiriert hat, die eine Reihe von Verbesserungen gegenüber dem Original mitbringt. Der Quellcode seiner Betaversion steht auf Github zum Herunterladen zur Verfügung.

Eine der Verbesserungen besteht beispielsweise in der Möglichkeit, ein Such-Kürzel zu wählen, das dem eigentlichen Suchbegriff voranzustellen ist, soll sich eine Suchanfrage an Amazon richten und nicht an den lokalen Suchdienst. Auf diese Weise ist es für den Benutzer recht einfach, zwischen einer lokalen Suche und einer Suche bei Amazon zu unterscheiden. In Ubuntu zeigt die Übersichtsseite dagegen immer sämtliche Suchergebnisse, also eine Mischung aus lokalen Treffern und Shop-Angeboten an, sofern der Nutzer die Funktion nicht vollständig deaktiviert. Weit wichtiger in Bezug auf die derzeitigen kritischen Debatten zu Canonicals Shopping-Linse ist aber die Möglichkeit, in Bells Version den Affiliate-Code anpassen zu können. Der Nutzer kann so leicht selbst entscheiden, wem die Verkaufsprovision von Amazon zukommt. Ferner kann der Nutzer in Bells Interpretation die Top-Level-Domain der Suche selbst festlegen, während Canonical diese aus der IP-Adresse des Nutzers automatisch ermittelt.

Bell räumt im oben zitierten Blog-Eintrag allerdings auch ein, dass sich auch seine Version theoretisch für unlautere Zwecke missbrauchen lasse. Zum Einem sei der Code auf Server-Seite nicht quelloffenen, weil er geheime APIs verwende. Ferner könne auch er (Bell) theoretisch Suchanfragen »aufzeichnen« und für unlautere Zwecke verwenden. Um in diesem Punkt größtmögliche Transparenz zu schaffen, könne jeder den Quellcode seiner Gnome-Erweiterung nach Belieben anpassen. So ist es beispielsweise möglich, einen eigenen Server mit gänzlich anderem Affiliate-Code als Backend zu verwenden.

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