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Fr, 22. März 2013, 15:16

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu Kylin wird Standard-Betriebssystem in China

Ubuntu Kylin wurde vom chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie zur Referenz-Architektur erhoben. Das System wird gemeinsam von Canonical und chinesischen Organisationen entwickelt.

Canonical

Als Canonical vor wenigen Tagen Ubuntu Kylin ankündigte, eine Anpassung von Ubuntu an die Bedürfnisse chinesischer Anwender, kam dies ziemlich überraschend. Jetzt wird klar, was dahinter steckt. Das System wird von Canonical gemeinsam mit dem China Software and Integrated Chip Promotions Centre (CSIP), einer Abteilung des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie, und der National University of Defense Technology (NUDT) entwickelt, wie einer Verlautbarung von Canonical zu entnehmen ist.

Demnach hat CISP damit begonnen, eine neue Referenz-Architektur für chinesische Betriebssysteme zu erstellen, und Ubuntu bildet die Basis dieser Referenz. Das System stützt sich auf die Flexibilität und Offenheit von Ubuntu und soll ein weithin eingesetztes und standardisiertes Betriebssystem ergeben. Das erklärte Ziel der chinesischen Regierung ist es, freie Software zu fördern und das Open-Source-Ökosystem in China auszuweiten.

CISP, Canonical und NUDT haben das CCN Open Source Innovation Joint Lab in Peking gegründet, in dem Entwickler aller drei Organisationen an Ubuntu Kylin arbeiten sollen. Ubuntu Kylin soll zunächst auf dem Desktop und in der Cloud zum Einsatz kommen, später wohl auch in allen anderen Einsatzbereichen wie Server, Tablets und Smartphones. Laut Canonical wird eine enge Zusammenarbeit mit der weltweiten Entwicklergemeinschaft angestrebt.

Zunächst geht es dem Lab insbesondere um die neue chinesische Desktop-Variante von Ubuntu, Kylin. Die Benutzeroberfläche für Kylin soll nicht nur ins Chinesische übersetzt, sondern darüber hinaus angepasst werden. So soll beispielsweise die Desktopsuche nach Musik speziell lokale Musikseiten abfragen, der Kalender soll neben dem gregorianischen auch den traditionellen chinesischen Kalender umfassen, Wetterinformationen sollen lokal angepasst werden. Darüber hinaus soll auch in China gebräuchliche Software vorinstalliert oder aber im Software-Center angeboten werden. So soll zwar LibreOffice vorinstalliert ausgeliefert werden, die in China beliebte Office-Suite WPS soll aber nachinstallierbar sein. Als Eingabemethode hat man sich für Fcitx entschieden, da es in China seit 2002 weit verbreitet ist. Weitere Pläne für Ubuntu 13.10 oder später umfassen die Integration weiterer Dienste, wie Online-Banking, Fahr- und Flugpläne chinesischer Verkehrsmittel, Karten von Baidu und den führenden Online-Shopping-Dienst Taobao. Weiter arbeitet das Team an Werkzeugen zum Editieren von Fotos und zur Systemverwaltung, die auch für die anderen Ubuntu-Varianten genutzt werden sollen.

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