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Mo, 4. November 2013, 11:41

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.12 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.12 des Linux-Kernels freigegeben und denkt über die künftigen Versionsnummern nach. Irgendwann im nächsten Jahr steht eine Version 4.0 an, der möglicherweise ein Entwicklungszyklus vorausgeht, der nur aus Korrekturen besteht.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Nur zwei Monate nach Linux 3.11 ist nun Linux 3.12 fertiggestellt. Obwohl der Entwicklungszyklus mit zwei Monaten und zwei Tagen, genauso viel wie bei Version 3.11, einer der kürzesten in den letzten Jahren war, enthält Linux 3.12 fast so viele Änderungen wie der Vorgänger. Die Entwicklung der nächsten Version startet dieses Mal nicht unmittelbar, sondern um eine Woche verzögert, da Torvalds wieder einmal auf Reisen ist.

Die Ankündigung von Linus Torvalds von Linux 3.12 hält eine weitere, allerdings noch vage Ankündigung bereit. Torvalds hatte nach Linux 2.6.39 die Versionsnummer auf 3.0 erhöht, weil er allmählich der hohen dritten Nummer überdrüssig war. Jetzt hat die mittlere Versionsnummer bereits wieder die 10 überschritten, was bedeutet, dass Torvalds sie nicht mehr an den Fingern abzählen kann. Eine Erhöhung auf 4.0 ist demnach fest eingeplant. Offen ist allerdings noch der genaue Zeitpunkt. Torvalds glaubt, dass es vielleicht erst in einem Jahr so weit sein wird.

Gleichzeitig wünschen sich einige Anwender einmal eine Version, die besonders intensiv von Fehlern befreit wurde. Ein ganzer Entwicklungszyklus sollte einmal keine neuen Funktionen, sondern nur Korrekturen bringen. Dabei muss man sich allerdings vor Augen halten, dass die Fehlerdichte in Linux für ein Projekt dieser Größe extrem gering ist. Torvalds ist skeptisch, dass ein solcher Entwicklungszyklus machbar ist - aber wenn, dann würde der resultierende Kernel die Version 4.0 sein. Technologisch wäre 4.0 gegenüber 3.x genauso ein nahtloser Übergang wie 3.0 gegenüber 2.6.39.

Der neue Kernel trägt den Codenamen »One giant leap for frogkind«. Etwa 73% der Änderungen entfielen auf Treiber, 12% auf Updates in den verschiedensten Architekturen und 6% auf Dateisysteme. Die Zahl der Änderungen liegt über 9.500. Eine wichtige Reihe von Änderungen verbessert die Energieverwaltung von Nvidia- und AMD-Grafikchips in den freien Treibern. Für Nouveau könnte es das erste Mal sein, dass eine brauchbare Energieverwaltung enthalten ist.

Beim Direct Rendering gibt es jetzt reine Render-Knoten, die nur rechnen, aber nichts mit der Umschaltung von Grafikmodi und Displays zu tun haben. Die freien Treiber für Nvidia-, AMD- und Intel-Chips wurden bereits angepasst. Hintergrundinformationen findet man in einem Beitrag von David Herrmann.

Die Erkennung von Leerlaufzuständen des gesamten Systems wurde hinzugefügt, um den Timer-Interrupt weitgehend abschalten zu können, wenn nichts zu tun ist. Zudem wurden Sperren in virtualisierten Gastsystemen effizienter gemacht. Im Netzwerkbereich kamen eine automatische Größenanpassung beim TCP segmentation offload (TSO) und der FQ-Scheduler hinzu.

Das Dateisystem Btrfs unterstützt jetzt die Deduplizierung, XFS dagegen User-Namespaces. Eine Scheduler-Erweiterung verbessert die Energieverwaltung auf ARM-Systemen mit verschiedenen CPUs (big.LITTLE). Die RAID5-Implementation des MD-Subsystems ist nun Multithread-fähig. Dies kann RAID5 wesentlich beschleunigen und insbesondere SSDs besser ausreizen. Der Device Mapper erhielt ein Statistikmodul. Auf Architekturen, deren Hardware mittels eines Device Trees beschrieben wird, wird diese Beschreibung jetzt mit verwendet, um den Zufallsgenerator zu initialisieren.

Der »Out of Memory Killer« soll jetzt zuverlässiger arbeiten. Dieser Code ist dafür zuständig, einen (möglichst den verursachenden) Prozess zu beenden, wenn dem Kernel der Speicher ausgeht. Die Änderung könnte dazu führen, dass Anwendungen öfter als bisher beim Versuch, Speicher zu allokieren, einen Fehlercode zurückbekommen. Dies betont nur die Tatsache, dass jedes Programm in jeder Situation darauf vorbereitet sein sollte, diesen Fehler zu behandeln.

Linux 3.12 bringt einige weitere Geschwindigkeitsverbesserungen, die jedoch auf normalen Rechnern nicht merklich sein werden. Doch Rechner mit vielen Prozessoren und riesigen Dateisystemen dürften davon profitieren, ebenso wie Rechner mit vielen seriellen Anschlüssen.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Treiber aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu, was den größten Teil aller Änderungen ausmacht. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org wird in Kürze eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlichen. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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