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Do, 12. Dezember 2013, 12:10

Software::Distributionen::Red Hat

Erste Betaversion von RHEL 7

Über drei Jahre nach der letzten Version hat Red Hat die erste Testversion der kommenden Generation von Red Hat Enterprise Linux veröffentlicht. Die Betaversion von Red Hat Enterprise Linux 7 ist ab sofort verfügbar. Sie beruht auf Fedora 19 sowie dem Linux-Kernel 3.10.

Red Hat Enterprise Linux 7

Mirko Lindner

Red Hat Enterprise Linux 7

Red Hat Enterprise Linux richtet sich an Unternehmen und kommt in verschiedenen Varianten vom Unternehmensserver bis zu speziellen Anwendungs-Servern. Durch lange Veröffentlichungszyklen sollen die Kunden vermeiden können, ständig Updates einspielen zu müssen, und Hardware-Hersteller die Chance bekommen, ihre Produkte für Red Hat Enterprise Linux zu zertifizieren.

Die neueste Generation der Unternehmensdistribution weist neben den obligatorischen Paketupdates, die neben dem Kernel 3.10 auch diverse andere Server- und Desktop-Anwendungen enthalten, zahlreiche weitere Neuerungen auf. Die Distribution selbst basiert auf der im Sommer veröffentlichten Fedora 19. Im Gegensatz zu der Gemeinschafts-Distribution setzt Red Hat allerdings nicht auf ext4, sondern auf XFS als Standarddateisystem. Btrfs ist ebenso mit von der Partie, wird allerdings von Red Hat weiterhin nur in Form einer Technologievorschau ausgeliefert. Dementsprechend kann das Dateisystem zwar genutzt werden, wird aber im Falle von Problemen nicht vom Support abgedeckt. Ext4 wurde dagegen ergänzt und unterstützt Dateisystemgrößen von bis zu 50 TB. Die offizielle Unterstützung von ext2 und ext3 soll aus dem Produkt entfernt werden, ist in der Betaversion allerdings immer noch vorhanden.

RHEL7: Installation

Mirko Lindner

RHEL7: Installation

Die bereits in RHEL 6 als »Technology Preview« integrierte Container-Virtualisierung ist bei RHEL 7 nun dem Entwicklungsstadium entwachsen und wird von Red Hat offiziell unterstützt. Als Standard-Desktop setzt Red Hat wiederum Gnome ein. Die Umgebung wird nun in der Version 3 ausgeliefert. Wie bereits angekündigt wird der Hersteller allerdings nicht auf die neue Shell aufsetzen, sondern Gnome im »Classic«-Modus, mit einem traditionellen Aussehen, betreiben. Mit von der Partie ist ebenfalls KDE, das nun in der Version 4.10 ausgeliefert wird.

Mit der Veröffentlichung von RHEL 7 wird nun auch Red Hat offiziell MySQL den Rücken kehren und MariaDB in die Distribution aufnehmen. Zudem kommt die Distribution mit PostgreSQL 9.2 und dem Apache HTTP Server 2.4. Für eine Windows-Anbindung des Systems sorgt dagegen Samba in der Version 4.1. Die neue Samba-Version kann unter anderem als Domänen-Controller und Active Directory-Server fungieren. Sie enthält dazu einen LDAP-Server, ein Kerberos Key Distribution Center (KDC) und die Möglichkeit, sich wie in Samba 3 über CIFS anzumelden.

Die wohl größte Änderung wird bei der Unterstützung der vorhandenen Plattformen stattfinden. So plant Red Hat, künftig nur noch die drei Plattformen x86_64, ppc64 (Power7 und Power8) und s390x (IBM System z) zu unterstützen. Eine offizielle Unterstützung der 32-bittigen x86-Plattform wird es künftig nicht mehr geben. Kunden, die weiterhin 32-Bit-Systeme nutzen wollen, rät Red Hat, bei RHEL 6 zu bleiben. Dasselbe gilt auch für Anwender von Power6-Systemen. Die Ausführung von 32-Bit-Applikationen auf der x86_64-Plattform bleibt dagegen unberührt. So lassen sich weiterhin auch 32-Bit-Applikationen starten. Entsprechende Kompatibilitätsbibliotheken sollen auch weiterhin ein fester Bestandteil der Distribution bleiben.

Eine ausführliche Liste aller Änderungen der neuen Version liefert das Changelog des Produktes. Die Distribution kann ab sofort vom Server des Unternehmens heruntergeladen werden. Wann RHEL 7 in der offiziellen Version veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Traditionsgemäß will sich Red Hat noch nicht so früh auf ein Datum festlegen. Zwischen der Freigabe der ersten Betaversion von RHEL 5 und der finalen Version verging ein halbes Jahr. Bei RHEL 6 dauerte die Phase ebenfalls knapp sieben Monate, was die Vermutung nahelegt, dass RHEL 7 Mitte des kommenden Jahres veröffentlicht werden könnte.

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