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Fr, 10. Februar 2017, 10:04

Gesellschaft::Politik/Recht

LiMux in München vor dem Aus

Ein Antrag der schwarz-roten Regierungskoalition der bayrischen Landeshauptstadt wird vermutlich der Anfang vom Ende für das Vorzeigeprojekt LiMux in der Müchner Verwaltung werden.

Stadt München

Bereits in den vergangenen Jahren war zu sehen, dass LiMux im Münchner Stadtrat bei den Regierungsparteien nicht viel Unterstützung hat. Bürgermeister Reiter und sein Stellvertreter schossen gegen LiMux, wo sie nur konnten. Die freie Softwarelösung aus Ubuntu mit einem KDE-Desktop, LibreOffice und WollMux als Vorlagensystem diente als Sündenbock für jegliche Mängel in der IT-Landschaft der Münchner Verwaltung. Der Microsoft bekanntermaßen zugeneigte Bürgermeister spielte dabei das willige Sprachrohr.

Jetzt reichte die schwarz-roten Regierungskoalition einen Antrag (PDF) ein, der eine Rückkehr zu Microsoft vorsieht. Der Antrag sieht zunächst vor, ein »schlankes IT-Referat mit einer/einem für die gesamte städtische IT zuständigen Referentin/Referenten« zu installieren. Den städtischen Referaten sollen kleinere Einheiten für das »fachliche Anforderungsmanagement« zugeordnet werden. Über die Neuorganisation hatten sich die Fraktionen bereits zu Monatsbeginn geeinigt. Das neue IT-Referat soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Zudem soll ein »Windows-Basis-Client« entwickelt werden, dem bis Ende 2020 eine »stadtweit einheitliche Client-Architektur« zur Seite gestellt werden soll. »Marktübliche Standardprodukte« sollen bei den Büroanwendungen dafür sorgen, dass der Austausch intern wie extern mit den Bürgern bestmöglich funktioniert. Zudem sollen die Anwendungen mit SAP zusammenarbeiten. Ein weiteres Ziel ist, dass die städtischen Anwendungen unabhängig vom Betriebssystem des Endgerätes funktionieren sollen. Bis 2021 soll es den Referaten freigestellt sein, ob sie gleich den neuen Windows-Client einsetzen oder weiterhin als Übergang LiMux nutzen.

Stadträtin Anne Hübner, IT-Sprecherin der SPD-Fraktion, sagte dazu: »Auch in den vergangenen Jahren hat sich in der städtischen IT schon vieles in eine gute Richtung entwickelt. Die Umorganisation jetzt ist dennoch nötig, auch wenn wir damit unseren Beschäftigten erneut eine Veränderung zumuten. Wir brauchen jedoch einen klaren Verantwortlichen, der Prioritäten setzt und eine Vorstellung hat, wie eine zukunftsfähige, bürgerfreundliche IT aussehen kann.«

Stadträtin Kristina Frank, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der CSU-Fraktion im Verwaltungsausschuss ergänzte: »Unsere Entscheidung, zunächst ein schlankes IT-Referat zu gründen, schafft klare Verantwortungsstrukturen. Der technische Marktstandard muss dabei auch für die städtische IT gelten.«

Der Stadtrat könnte bereits nächste Woche über den Antrag befinden. Angesichts der Mehrheitslage werden sich die Gegner der Rückmigration bei den Grünen und den Piraten aber vermutlich nicht durchsetzen können. Über die Kosten der Rückabwicklung schweigt sich der Antrag aus.

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