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Do, 15. November 2001, 11:34

Unternehmen

Microsoft: Neverending story

Es vergeht fast keine Woche, in der der Riese aus Redmond oder eine Niederlassung nicht versuchen würde, das freie Betriebsystem Linux in ein in Augen des Unternehmens »richtiges« Licht zu rücken.

Wie uns einer unserer Leser mitteilte, versendet die in Unterschleißheim ansässige deutsche Niederlassung von Microsoft Informationen an ihre Kunden, in denen Linux anhand einer Studie als »weder stabiler noch zuverlässiger« dargestellt wird. In dem uns vorliegendem Schreiben bescheinigt das Unternehmen dem Betriebsystem Microsoft Windows2000 Server und Microsoft Mail Exchange2000 eine gute Note. Vor allem »im Vergleich mit Linux«. Dabei stützt das Unternehmen seine Meinung auf die vor über einem Jahr veröffentlichte Studie der TÜViT, die von Microsoft in Auftrag gegeben wurde und in der Windows2000 vor allem im Unternehmensalltag besser als Linux abgeschnitten hatte.

Eine dem Schreiben beigefügte Broschüre will vor allem Linux im Server-Bereich schlechte Noten bescheinigen und verbreitet Informationen, die bereits vor einem Jahr nicht der Wahrheit entsprachen und veraltet waren. »Da unter Linux derzeit noch kein praktisch bewährtes Journaling Filesystem verfügbar ist, muss bei einem Serverabsturz vor dem Reboot ein ggf. langwieriger Konsistenz-Check des Dateisystems durchgeführt werden«, zitieren die Unterschleißheimer in ihrer Broschüre die Ergebnisse der TÜViT-Studie aus dem Jahre 2000. »Windows 2000 kann auf diesen Check verzichten, da das Dateisystem NTFS 5 eine laufende Protokollierung aller Transaktionen durchführt«. Dass Linux im Moment über so ausgereifte und in den industriellen Kreisen etablierte Dateisysteme wie XFS der Firma SGI, oder JFS von IBM verfügt, verschweigt die Broschüre. Ferner wird auch ReiserFS und ext3 keine Beachtung geschenkt.

Das »kostenfreie« Linux bringt zudem nach Aussage von Microsoft keine Vorteile gegenüber einem Windows-System. »Die durch TÜViT durchgeführte Gesamtkostenbetrachtung zeigte, dass Linux in einem dem Nutzungskontext entsprechenden Netzwerk keine Kostenvorteile hat«, verrät die Broschüre. Der Einsatz von Linux in kleineren Unternehmen ist gar nach Aussage der Broschüre nicht zu empfehlen, da »Windows für diese Anforderungen besser geeignet« sei.

Etwas peinlich stellt sich für Microsoft in dem Ende Oktober dieses Jahres datiertem Brief ein Verweis auf die genannte TÜViT-Studie dar. Alle Interessenten erblicken nach der Eingabe der URL lediglich einen Hinweis, dass die Seiten nicht mehr existent sind. Die komplette Studie finden Sie auf diesen Seiten.

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Kommentare (Insgesamt: 124 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Microsoft: Neverending story (Anonymous, Sa, 17. November 2001)
Re: Microsoft: Neverending story (Anonymous, Fr, 16. November 2001)
Re: Re: Microsoft: Neverending story (Krishan, Fr, 16. November 2001)
Re: Re: Microsoft: Neverending story (Dieter, Fr, 16. November 2001)
Re: Microsoft: Neverending story (Johanes, Fr, 16. November 2001)
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