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Fr, 23. Januar 2004, 13:13

Gesellschaft::Politik/Recht

UnitedLinux bald Geschichte?

Das »powered by United Linux«-Siegel, will man einem Bericht des Nachrichtentickers »Linux Today« Glauben schenken, könnte schon bald Geschichte sein.

Wie Novell-CEO Jack Messman am Rande der LinuxWorld Expo bekannt gab, wird das Unternehmen UnitedLinux verlassen. Messmans Unternehmen, das die Messe zur Vorstellung einer Beta-Version von GroupWise für Linux nutzte und einen Beitritt zu Eclipse ankündigte, sieht keinen Grund mehr, sich in UnitedLinux zu engagieren. Damit dürfte der Manager UnitedLinux den Todesstoß versetzt und die Initiative definitiv begraben haben.

Die von den Linux-Distributoren Caldera, Conectiva, SuSE und Turbolinux Ende Mai 2002 angekündigte Initiative sollte nach dem Willen der beteiligten Unternehmen die Entwicklungsbemühungen bündeln und eine gemeinsame Distributionsbasis darstellen, ohne die beteiligten Unternehmen einzuschränken. Das gemeinsame Linux sollte den Unternehmen nicht nur Entwicklungsressourcen sparen, sondern vor allem die Dominanz des amerikanischen Distributors Red Hat brechen. So sollte die neue Zusammenarbeit die vier stärken - vor allem in dem heiß umkämpften Unternehmensbereich. Die Aufteilung der Marktbereiche sorgte für eine Reduktion möglicher Interessens-Kollisionen. Weitere Mitglieder sollten schon bald folgen.

Es kam aber anders. Der erhoffte Wunschpartner Mandrake stieg nicht ein. Durch die Einführung des linuxweiten Standards LSB (Linux Standard Base) besteht nicht der Bedarf nach einer standardisierten Grundplattform, wie United Linux sie schaffen will, so Mandrake. Alle Produkte, die LSB-konform geschrieben worden sind, werden unter jedem LSB-System lauffähig sein. Jacques Le Marois, CEO von MandrakeSoft, empfahl deshalb den Herstellern, sich bei der Programmierung von Applikationen an LSB zu halten. Vor allem Produzenten von Hardware sollten nach Meinung von Le Marois eine engere Kooperation mit entsprechenden Open-Source-Projekten anstreben.

Während die Entwicklung nach Plan verlief und schlussendlich in einer stabilen Version von UnitedLinux mündete, schlitterte die Initiative immer mehr in eine Schieflage. Nicht ganz unschuldig war Caldera, das mittlerweile den Namen SCO annahm und an Größenwahn erkrankte. Bereits Anfang 2003 kündigte SCO seine Bedenken bezüglich des Linux-Kernels an. Nach Meinung von SCO besitzt das Unternehmen Ansprüche an Linux. Ferner besitze das Unternehmen eine Vielzahl an Patenten, die den Kern von Linux betreffen, und hat nach eigenen Aussagen »das Recht, seine Forderungen zu erzwingen«. Eine Klage gegen IBM, Drohungen gegen SUSE, weniger Aktivität in UnitedLinux und schlussendlich eine Klage gegen den SUSE Akquisitor Novell begruben endgültig die Hoffnungen, UnitedLinux in der alten Form weiter zu betreiben.

Der nun von Messman angekündigte Mangel an Notwendigkeit, die Mitarbeit mit TurboLinux und Conectiva an UnitedLinux fortzusetzen, dürfte die Initiative vollständig aus der Bahn geworfen haben. Ob TurboLinux und Conectiva weiterhin alleine UnitedLinux tragen werden, ist fraglich.

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Kommentare (Insgesamt: 60 || Alle anzeigen || Kommentieren )
UL (Mike, Mi, 28. Januar 2004)
Re[2]: TUSSI (Nulli, Mo, 26. Januar 2004)
Re[2]: Gut so (..., Mo, 26. Januar 2004)
Re: auch lsb sollte der wahrheit ins auge sehen (..., Mo, 26. Januar 2004)
Re[3]: war ja klar... (...., Mo, 26. Januar 2004)
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