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Mi, 2. November 2005, 19:38

Software::Desktop::Gnome

Sun lässt GNOME-basiertes JDS fallen

Wie aus dem Blogeintrag von Glynn Foster zu entnehmen ist, hat Sun vor, ihren JDS-Desktop, der auf GNOME aufbaut, fallen zu lassen.

Das auf GNOME basierende Java-Desktop-System

sun.com

Das auf GNOME basierende Java-Desktop-System

Wie der Mitarbeiter in seinem Eintrag schreibt, scheitert die Zusammenarbeit an der mangelhaften Kontrollierbarkeit des Entwicklungsprozesses und der mangelnden Kooperation. Laut Foster ist die Arbeit an JDS »frustrierend«. Der Mitarbeiter bezeichnet die Entwicklungsumgebung von GNOME als eine »Welt von 'werde nicht fixen', Hacks und Workarounds«. Man stehe deshalb vor einer Wende und es ist deshalb davon auszugehen, dass Sun sich komplett aus der Entwicklung von GNOME zurückziehen wird.

Hinter den Kulissen der Entwicklung kam es in letzter Zeit zunehmend zu Spannungen und Zwist. Während Mitarbeiter von Sun an Open Source zu viel Chaos anprangern, bemängeln die GNOME-Entwickler den Schlitterkurs des Unternehmens. Sun habe als einer der wenigen Hersteller ein Produkt ausgeliefert, ohne dafür Support anzubieten, kritisierte LXer den Hard- und Softwarehersteller am Wochenende. Die Zusammenarbeit mit der Community war Sun nie wirklich wichtig. Wie könnte man sich es erklären, dass der Präsident routinemäßig Linux, die GPL und Open-Source kritisiert, fragt LXer.

So rumort es schon eine Weile hinter den Kulissen. Ein »heiliger Krieg« zwischen den zwei Parteien sei im Gange. Auf der einen Seite die Linux-, auf der anderen die OpenSolaris-Fraktion. Nach der Freigabe von OpenSolaris verstärkte sich die Rivalität der Plattformen noch mehr. Austritte waren an der Tagesordnung.

Es ist noch unklar, ob Sun wirklich die Arbeiten an GNOME einstellen wird. Wahrscheinlich ist es allemal. Bereits in der Vergangenheit drangen Gerüchte nach außen, wonach Sun JDS komplett einstampfen möchte. Einzig die Frage des Weges sollte noch geklärt werden. Durch eine Freigabe von JDS im Quellcode könnte Sun die Schuld für das gescheiterte Projekt der Community anhängen, vermuten Kritiker. Welche Konsequenzen und Auswirkungen sich für den GNOME ergeben, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ersichtlich.

Mit der Vorstellung des Java Desktop Systems sollte für Sun eine neue Ära beginnen. Wie Sun-Chef Scott McNealy bereits im Vorfeld der Vorstellung verkündete, wollte Sun mit der auf Linux basierenden Komplettlösung aus Desktopoberfläche, Office-Anwendungen und Internet-Software dem Redmonder Konzern Microsoft mächtig Konkurrenz machen. Dafür kooperierte das Unternehmen mit diversen Dienstleistern, die zusätzliche Dienstleistungen zur Migration anbieten wollten. Der Plan ging allerdings nicht auf und die Erfolge blieben aus. Sun kündigte letzte Woche an, JDS mit den gängigsten Distributionen bündeln zu wollen.

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