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Di, 29. August 2017, 11:18

Software::Kernel

Zahlen und Fakten zu Linux 4.13

Aller Voraussicht nach wird Linux 4.13 am kommenden Sonntag erscheinen. Die Entwicklung verlief in normalen Bahnen, mit etwas weniger Änderungen als zuvor.

Larry Ewing

Linux 4.13 wird nach den planmäßigen sieben Veröffentlichungskandidaten mit großer Wahrscheinlichkeit am 3. September erscheinen. Nur ein unerwartet entdecktes schweres Problem oder eine ungewöhnliche Häufung von Korrekturen könnten die Freigabe durch Linus Torvalds noch verzögern - was in der Vergangenheit durchaus schon passiert ist.

So regelmäßig und über viele Komponenten verteilt verläuft die Entwicklung des Linux-Kernels, dass es oft schwierig ist, einige der Neuerungen besonders hervorzuheben. So ist für Linux 4.13 mit Erweiterungen im Dateisystem ext4 zu rechnen sowie mit einer partiellen TLS-Implementation, die die Geschwindigkeit der TLS-Verarbeitung steigern soll, aber daneben auch noch zahlreichen weiteren Optimierungen und Neuerungen.

Kernel-Entwickler und -Dokumentierer Jonathan Corbet hat nun auf LWN.net einige Statistiken zur Entwicklung von Linux 4.13 publiziert. Es wurden über 12.600 Änderungen integriert, davon über 11.200 in den zwei Wochen vor dem ersten Veröffentlichungskandidaten. Das bedeutet, dass in den sechs Wochen danach nochmals rund 1.400 Änderungen mit Korrekturen und Ergänzungen nachgereicht wurden. Das ist die geringste Zahl von Änderungen seit Linux 4.7. Auch die Zahl der Entwickler lag mit 1634 niedriger im Gegensatz zum langfristigen Trend nach oben.

Die fünf Entwickler, über die jeweils mehr als ein Prozent der Änderungen einflossen (sie müssen nicht notwendig von ihnen selbst geschrieben sein), sind Christoph Hellwig (Dateisysteme und Blockebene) mit 252, Mauro Carvalho Chehab (Media, 184), Thomas Gleixner (Interrupts und Timer, 151), Arnd Bergmann (allgemeine Korrekturen, 138) und Takashi Iwai (Audio, 134). Betrachtet man die Zahl der geänderten Zeilen, steht wieder einmal Alex Deucher mit fast 30% an der Spitze, da er umfangreiche AMD-Grafikchip-Registerdefinitionen einfügte.

Bei den Unternehmen, die Entwickler abstellen, führte Intel mit 11,6% der Änderungen vor Red Hat (5,9%), IBM (4,2%), Suse (3,9%) und Linaro (3,7%). 7,0% der Änderungen kommen von Entwicklern, die anscheinend keinem Unternehmen angehören, 6,0% von Entwicklern, deren Firmenzugehörigkeit nicht bekannt ist. Die Zahlen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen früherer Zyklen. Es deutet sich allerdings an, dass die Beiträge von Freiwilligen aus der Gemeinschaft immer geringer werden.

Dieser Vermutung will Jonathan Corbet auf den Grund gehen. Prozentuell sind die Beiträge ganz klar gesunken. Betrachtet man die absoluten Zahlen der Änderungen seit Linux 3.1, so gibt es auch hier einen Rückgang. Corbet vermutet, dass viele der Entwickler mit unbekannter Firmenzugehörigkeit auch dieser Gruppe zuzurechnen sind. Addiert man deren Beiträge, so ergibt sich ein relativ konstanter Fluss von Beiträgen. Da die Gesamtzahl der Beiträge aber stetig steigt, folgt daraus in der Tat der beobachtete prozentuale Abfall der Beiträge aus der Gemeinschaft.

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