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Do, 10. März 2011, 16:00

Test openSUSE 11.4 mit KDE 4.6

openSUSE 11.4 geht als derzeit aktuellste Linux-Distribution mit LibreOffice 3.3.1 und Firefox 4 Beta ins Rennen. Ein erster Erfahrungsbericht.

Soeben wurde das neue openSUSE 11.4 veröffentlicht. Da mich diverse Fehler v.a. im KDE 4.4.4 der Vorgängerversion sehr geärgert haben, die durch ein Update auf KDE 4.6 aus den Factory-Repositorien leider nur durch andere Fehler ersetzt wurden, und gleichzeitig aber im IRC-Channel #opensuse-kde die einhellige Entwicklermeinung war, dass der neue Releasezweig bereits großartig liefe, habe ich die neue Version sofort ausprobiert.

Dieser Bericht behandelt die Download-Version von openSUSE 11.4. Ein weiterer Bericht über die Box-Version wird in Kürze auf Pro-Linux.de veröffentlicht.

Mein Fazit vorweg: seit Version 11.1 ist dies die mit Abstand pflegeleichteste. Der Installer deckt alle meine Härtefälle problemlos ab, und zusätzlich macht KDE endlich wieder einen wirklich guten Eindruck auf mich, ohne offensichtliche Fehler und Unrundheiten im laufenden Betrieb. Eine wahre Freude.

Testgeräte

YaST

Daniel Mader

YaST

Im Gegensatz zu vielen sonst an dieser Stelle erscheinenden Testberichten halte ich exakt gar nichts von aufgesetzten virtuellen Maschinen. Das Argument, Linux unterstütze ja soviel Hardware, da könne und brauche man keine harte Hardware mehr als Untersatz verwenden, greift einfach zu kurz.

Ich betreibe diverse Linuxdistributionen (Fedora, Mandriva, und openSUSE) seit Jahren fast ausschließlich auf Laptops, und das ohne den Dualboot-Fallback Windows. Eine harmonische Ehe mit der Hardware ist mir daher außerordentlich wichtig, und meist fallen mir selbst bei hochgelobten Distributionen schon nach dem ersten Booten diverse Kracher auf. Die Hitliste wird angeführt von: Standby und Suspend gehen gar nicht, bzw. nach dem Resume fehlen diverse Treiber, etwa USB oder Sound, und das Netzwerk kommt auch nicht mehr sauber hoch, Zusatztasten zur Steuerung von Multimediafunktionen, Lautstärke oder einfach der WLAN-Karte sind tot oder haben keine sinnvolle Default-Belegung, KNetworkmanger mit WLan-Netzen ist eine einzige Katastrophe mit andauernd aufpoppender Passwortabfrage, kaum dass das Netzwerk verschwindet.

Die aktuellen Erfahrungen basieren nun auf zwei (zugegebenermaßen nach Linuxfreundlichkeit ausgewählten) Laptops von HP und Lenovo: einem ProBook 6440b mit Core i5 und einem ThinkPad SL510 mit DualCore Centrino. Beide habe lediglich den integrierten Intel-Grafikchipsatz, weil aufwändige 3D-Spiele nicht zu meinen Anforderungen gehören. Immerhin aber sollte KDE damit flüssig und ohne Fehler laufen.

Installation

Beide Testgeräte sind 64-Bit-fähig und verfügen über vier bzw. zwei Gigabyte RAM, sodass ich die x86_64 DVD-Version wähle.

Der Punkt Installation kann bei beiden Geräten zusammengefasst werden mit dem Prädikat »absolut schmerzfreie Installation«.

Die besondere Schwierigkeit waren dabei jeweils zwei Root-Partitionen (eine zum Testen, eine produktiv verwendete) und eine LUKS-verschlüsselte Home-Partition. Anstandslos fragt der Installer, ob die verschlüsselte Partition eingebunden werden soll, verortet darauf korrekt das Home und wählt aus den beiden Möglichkeiten für die Root-Partition diejenige aus, die nicht mit dem openSUSE-Vorgänger bestückt ist. Nur diese wird dann zur Formatierung vorgeschlagen. Besser geht es nicht. Nach zwei weiteren Klicks ist das System mit KDE-Desktop in weniger als 15 Minuten komplett auf der Platte.

Erster Eindruck

Es erwartet den Nutzer ein aufgeräumter KDE-Desktop ohne Schnickschnack. Persönlich gefällt mir das Panel mit den aufgeprägten Streifen gar nicht, weshalb ich das in meinem Profil durch ein eleganteres ersetzt habe.

Erstes Login eines neuen Nutzers aus einer bereits laufenden Session heraus

Daniel Mader

Erstes Login eines neuen Nutzers aus einer bereits laufenden Session heraus

Aktive Fenster erhalten per default einen Halo

Daniel Mader

Aktive Fenster erhalten per default einen Halo

Kompletter Desktop mit drei Folderviews

Daniel Mader

Kompletter Desktop mit drei Folderviews

Standardmäßig wird auf Laptops der Networkmanager verwendet. Im abgebildeten Screenshot meldet dieser, dass bereits eine Instanz läuft, und fragt, ob er beim nächsten Start trotzdem verwendet werden soll. Da dieser Nutzer als zweite Session gestartet wurde, ist das alles ganz korrekt und hinterlässt bei mir ein ausgezeichnetes Gefühl, dass hier auch unter der Haube alles ordentlich verabeitet ist.

Die SystemSettings in KDE 4.6 sind endlich wieder übersichtlich

Daniel Mader

Die SystemSettings in KDE 4.6 sind endlich wieder übersichtlich

Der vergebene Hostname ist wie üblich ein kryptisches »linux-asdfqwer«, was sich aber mit YaST ruckzuck ändern lässt. Im Modul NetworkSettings (nicht in Hostnames, wie man vermuten könnte) muss kurz auf das traditionelle Netzwerkmanagement umgeschaltet werden, um dann im Tab Hostname einen passenden Namen vergeben zu können.

Was ich bei den neueren KDE-Versionen ebenfalls bemängele, ist, dass sich aktive Fenster nur schlecht von inaktiven Fenstern unterscheiden lassen. Solange die Fenster das sichtbare »Halo« aufgrund der Effekte haben, mag das noch angehen, aber mit zwei Fenstern nebeneinander und maximal groß wird das schon erheblich schwerer. Das gilt insbesondere dann, wenn die Desktopeffekte gar nicht (mehr) greifen, etwa weil die Hardware bzw. die zugehörigen Treiber nicht geeignet sind (immer noch ein großes Problem beim Betrieb von KDE), oder weil der Akkustand niedrig wird, und zu Stromsparzwecken die Effekte ausgeschaltet werden.

Abhilfe schafft in meinen Augen seit jeher das Plastik-Theme, welches meiner Meinung nach ein guter Kompromiss aus modernem Aussehen ohne Spielerei und mit funktionalen Bedienelementen ist, egal ob mit oder ohne Effekten.

Der KDE-Einstellungsdialog ist mittlerweile wieder mächtig und trotzdem übersichtlich, die Einteilung empfinde ich logisch und funktional. Auch unerfahrene Nutzer sollten sich schnell zurecht finden.

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