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Do, 29. Juni 2017, 15:00

Debian GNU/Linux 9.0 »Stretch«

Neu in Debian 9

Firefox unter Gnome

Hans-Joachim Baader

Firefox unter Gnome

Debian 9 ist dem im Dezember 2015 verstorbenen Debian-Gründer Ian Murdock gewidmet. Für die Benutzer ist die wohl größte Neuigkeit in Debian 9 die umfassende Aktualisierung der Pakete. Für verschiedene Nutzergruppen sind viele bedeutende Änderungen im Vergleich mit dem vor fast 26 Monaten veröffentlichten Debian 8 »Jessie« vorhanden. Eine der wichtigsten davon ist, dass MariaDB 10.1 statt MySQL verwendet wird, wobei MySQL auch bei einer Aktualisierung ersetzt wird. Dieser Wechsel soll reibungslos vor sich gehen. Da MariaDB in jeder Hinsicht das bessere MySQL ist, ergab es aus Sicht von Debian wohl keinen Sinn, MySQL in der Distribution zu behalten.

Firefox und Thunderbird kehren unter ihren ursprünglichen Namen zu Debian zurück, nachdem Debian zehn Jahre lang modifizierte Versionen als »Iceweasel« und »Icedove« einsetzte. Der Aufwand zur Pflege der eigenen Versionen war nicht mehr tragbar und wurde unnötig, nachdem beschlossen worden war, bei den Webbrowsern aus Sicherheitsgründen immer die neueste Version einzusetzen und damit die Stabilität unterzuordnen.

Dank des Reproducible-Builds-Projekts sind über 90% der Quellpakete, welche in Debian enthalten sind, nach dem Eigenbau Bit für Bit identisch mit den Binärpaketen. Das ist wichtig, wenn es darauf ankommt, dass die Anwender verifizieren können, dass ein bestimmter Stand von Quellcode und Werkzeugen zu einem exakt identischen Binärpaket führt. Mehr Sicherheit gibt es auch bei X11, das jetzt ohne Root-Berechtigungen läuft. GnuPG wurde aktualisiert und bringt bessere Kryptografie mit elliptischen Kurven, bessere Voreinstellungen und verbesserte Smartcard-Unterstützung.

Fehler in den Live-Abbildern

Debian

Fehler in den Live-Abbildern

Die Unterstützung für UEFI wurde erweitert und ermöglicht die Installation mit einem 64-Bit-Kernel jetzt auch auf 32-Bit-UEFI. Die Debian-Live-Abbilder unterstützen jetzt ebenfalls das Booten mit UEFI. Nach der Freigabe stellte sich allerdings heraus, dass sich wohl niemand die Mühe gemacht hatte, die Live-Abbilder auch zu testen, denn das System war mit ihnen nicht installierbar. Die kleineren Installations-Images, mit denen auch die Testsysteme für diesen Artikel aufgesetzt wurden, waren von dem Problem nicht betroffen. Inzwischen dürften erneuerte Images zur Verfügung stehen.

Die Distribution enthält jetzt über 51.000 Pakete, die aus knapp 25.000 Quellpaketen erstellt wurden. Der Standard-Desktop von Debian 9.0 ist Gnome 3.22. Zahlreiche weitere Desktopumgebungen und Window-Manager stehen zur Verfügung, darunter KDE Plasma 5.8 mit den KDE-Anwendungen 16.08 und den PIM-Anwendungen 16.04, Xfce 4.12, Mate 1.16 und LXDE. Eine Auswahl der angebotenen Pakete ist Apache 2.4.25, Asterisk 13.14.1, Mozilla Firefox 45.9, GIMP 2.8.14, GNU Compiler Collection 6.3, Go 1.7, LibreOffice 5.2, MariaDB 10.1, OpenJDK 8, Perl 5.24, PHP 7.0, PostgreSQL 9.6, Python 2.7.13 und 3.5.3, Samba 4.5, Mozilla Thunderbird 45.8 und Ruby 2.3.

Der Kernel ist in den Linux-Varianten von Debian 9 Linux 4.9. Wo es für die Unterstützung neuer Hardware nötig ist, wurden allerdings Treiber aus neueren Kernel-Versionen zurückportiert. Die neuen Netzwerknamen (kein eth0 oder wlan0 mehr) sind jetzt auch in Debian eingezogen, an installierten Systemen ändert sich aber nichts. Weitere Einzelheiten enthalten die umfangreichen Anmerkungen zur Veröffentlichung.

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