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Do, 7. Juli 2011, 08:40

Hardware

FabFi: Open-Source-WLAN aus Resten mit großer Reichweite

Mit FabFi bauen Gemeinden in Afghanistan und Kenia aus herkömmlichen Baumaterialien WLAN-Netze, die sich über eine Fläche von mehreren Quadratkilometern erstrecken können.

FabFi

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Dank FabFi können sich Gegenden vernetzen, in denen eine stabile Internetverbindung nur schwer zu bewerkstelligen ist. Die Idee beruht darauf, einzelne Mesh-Netze über lange Strecken miteinander zu verbinden und dafür auf preiswerte Geräte und Materialien zurück zu greifen. Die FabFi-Gemeinschaft baut große Parabol-Antennen, die mit WLAN-Routern verbunden werden. Dank der parabolischen Form der Antennen ist es möglich, ein Signal zu bündeln und gezielt über große Entfernungen an einen Empfänger zu schicken.

Die Antennen bestehen aus einem Gestell, das mit Materialien bespannt ist, die RF-Signale reflektieren, etwa Maschendrahtzaun. Das Gestell kann aus Baustoffen gefertigt werden, die in der jeweiligen Region verfügbar sind, beispielsweise Holz, Metall oder Kunststoffen. Laut FabFi können aber auch Stein oder Eisblöcke verwendet werden, solange nur die Möglichkeit besteht, das reflektierende Material daran zu befestigen. Die für den Bau nötigen Vorlagen können ausgedruckt und auf die einzelnen Werkstoffe übertragen werden. Die fertigen Einzelteile lassen sich im Idealfall in einem sogenannten FabLabs in der Nähe herstellen.

Fotostrecke: 5 Bilder

FabFi
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Mit der Installation des ersten FabFi in Jalalabad im Jahr 2009 wurden drei verschiedene Reflektor-Varianten entworfen: Zwei 1,2 bzw.0,6 m große Holzantennen und eine 45 cm große Variante aus Acryl, die mit Maschendraht, Edelstahl-Gewebe oder Jalousien bespannt waren. Im Sommer wurden weitere Modelle vorgestellt, die einen Schutz vor den Unbilden des Wetters bieten und sich schneller aufbauen lassen. Mit der Zeit fanden sich auch findige Anwender, die die Gestelle aus Schrott zusammensetzten, so dass der Materialpreis einer Antenne bei weniger als drei Euro lag.

Die ca. 50 bis 100 US-Dollar teuren Router, mit denen die Parabol-Antennen verbunden sind, laufen mit einem modifizierten OpenWRT. Die freie Firmware bietet eine hohe Flexibilität und viele Möglichkeiten, den Zustand der Netze zu überwachen, Nutzer zu verwalten und, falls gewünscht, zwecks Abrechnung aufzuzeichnen. Die Router laufen allesamt mit 12 Volt, so dass eine zuverlässige Stromversorgung mit Hilfe von Autobatterien und Solarzellen gewährleistet werden kann.

Aktuell werden mit FabFi vier Netzwerke in Afghanistan (45 Knoten) und Kenia (50 Knoten) betrieben. Die längste Entfernung zwischen zwei Knoten beträgt in Aghanistan ca. 6 km und in Kenia 3,5 km. Als Datendurchsatzraten nennt FabLab 11,5 Mbps in Afghanistan, in Kenia kommen die Netze auf ca. 30 Mbps. Die Materialkosten, um einen Knoten in Betrieb zu nehmen, liegen bei ca. 60 USD.

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