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Sa, 13. April 2013, 12:24

Software::Desktop::KDE

KLyDE-Projekt: Schlanker KDE-Desktop

Drei Entwickler arbeiten im Rahmen der Suse Hack Week daran, einen KDE-Desktop mit weniger Standard-Komponenten zu erstellen. Das Projekt trägt den Namen KLyDE.

kde.org

KDE ist, im Gegensatz zu häufig wiederholten Falschaussagen, nicht aufgebläht. Im Gegenteil besitzt es einen sehr schnellen und wenig Speicher benötigenden Kern, der zudem extrem modular ist. Was bei den Linux-Distributionen ankommt, ist jedoch meist etwas anderes: ein Maximalsystem, das viele Komponenten mitliefert, die von einigen Benutzern gar nicht benötigt werden, sich aber auch nicht so einfach entfernen lassen.

Will Stephenson trägt sich nach eigenen Angaben schon seit Jahren mit dem Gedanken, dies zu verbessern. Schon auf der COSCUP im August 2012 in Taiwan hielt er einen entsprechenden Vortrag, der als Video verfügbar ist. Doch erst jetzt hatte er im Rahmen der Suse Hack Week Zeit, sich intensiver damit zu befassen. Da die Aufgabe für eine Person zu groß ist, hat er zwei Kollegen zur Mitarbeit bewegt. Das Projekt trägt den Namen KLyDE (K Lightweight Desktop Environment).

KLyDE will keine Funktionalität aus KDE entfernen, sondern anders vorgehen. Es besteht aus drei Teilprojekten. Erstens soll durch Änderungen in der Paketierung erreicht werden, dass man ein kleineres System installieren kann. Dieser Schritt umfasst daher, optionale Komponenten aus der Basis-Installation auszuklammern. Die Basis-Installation darf nur noch in schwacher Form von den weiteren Paketen abhängen, so dass sie ohne die Zusätze installiert werden kann. Offensichtliche Ziele dieser Trennung sind Nepomuk und Akonadi, die ab und zu zu einem hohen Verbrauch von CPU-Leistung und Speicher führen können, die Aktivitäten, Attica (der »soziale« Desktop) und zusätzliche Fensterdekorationen und -stile. Alle diese Komponenten stehen trotzdem zur Verfügung, wenn man sie installieren möchte.

Das zweite Teilprojekt betrifft die Konfiguration. Es soll möglich werden, verschiedene »Profile« für den KDE-Desktop anzulegen, wobei sich nichts an den installierten Paketen ändert. Die Entwickler haben hierfür bereits Zusammenstellungen von Konfigurationsoptionen angelegt. Unklar ist zur Zeit noch, wie diese angewandt werden sollen. Sie könnten als unterschiedliche X-Sitzungen oder als Option, die man nach dem Login auswählt, realisiert werden.

Ferner versucht sich KLyDE an einer generellen Vereinfachung der Konfiguration. Sie soll weniger Optionen anbieten und damit einfacher zu verstehen sein. Eine so umfangreiche Konfiguration, wie sie KDE mitbringt, kann auch den Eindruck erwecken, dass KDE aufgebläht sei. Die vereinfachte Konfiguration soll dem entgegenwirken. Die vollständigen Konfigurationsoptionen sollen weiter verfügbar sein, wenn man sie wünscht.

Das dritte Teilprojekt versucht die Startzeit von KDE zu senken. Dies ist nach Ansicht der Entwickler das schwierigste und am wenigsten lohnende Projekt, da KDE so selten gestartet wird, dass es sich kaum lohnt. Am meisten dürfte es Benutzern entgegenkommen, die KLyDE zum ersten Mal ausprobieren. Stephenson will hier untersuchen, ob alternative Start-Systeme einen Effekt haben: das Refaktorisieren von startkde, der Einsatz von systemk, startactive von Plasma Active oder der Einsatz von Systemd.

Der aktuelle Stand des Projektes ist, dass die Paketierung weitgehend abgeschlossen ist. Im Open Build Service stehen Binärpakete für Opensuse 12.3 zur Verfügung. Die anderen Teile sind noch nicht abgeschlossen. Stephenson arbeitet an einer Integration von Systemd, das in Opensuse sowieso zum Einsatz kommt. Eine Reduktion der Startzeit von sechs auf vier Sekunden oder weniger scheint möglich.

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