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So, 26. April 2015, 11:32

Software::Distributionen::Debian

Debian 8.0 »Jessie« freigegeben

Nach knapp 24 Monaten intensiver Entwicklungsarbeit hat das Debian-Projekt Debian 8.0 »Jessie« veröffentlicht. Zu den zahlreichen Neuerungen dieser Version zählen Systemd als Standard-Init-System und komplette UEFI-Unterstützung.

Software in the Public Interest

Eine der größten Neuerungen in Debian 8 ist Systemd, das als stark modernisiertes Init-System viele neue Möglichkeiten bietet. Es kann Dienste in eigenen Kontrollgruppen (cgroups) verwalten, Dienste teilweise isolieren und kürzere Systemstartzeiten erreichen. Das bekannte SysVinit sowie andere alternative Init-Systeme sind weiter verfügbar.

Die in Debian 7 vor knapp zwei Jahren eingeführte UEFI-Unterstützung wurde laut der Ankündigung ebenfalls stark überarbeitet. Dazu gehören Anpassungen an bekannte Firmware-Fehler, UEFI-Unterstützung auf 32-Bit-Systemen und Unterstützung für 64-Bit-Kernel mit 32-Bit-UEFI-Firmware (nur auf den amd64/i386-Multiarch-Installationsmedien).

Die Distribution enthält jetzt über 43.000 Pakete, die aus knapp 20.100 Quellpaketen erstellt wurden. Bedingt durch die Anfang November 2014 eingeläutete Stabilisierungsperiode, in der alle Pakete eingefroren wurden, gibt es in Jessie nur wenige Pakete, die jünger als sechs Monate sind. Dies kommt jedoch allen Benutzern zugute, die Stabilität und wenige, nur absolut notwendige Updates wünschen. Neuere Software lässt sich bei Bedarf über die offiziellen Backports-Repositorien, externe Repositorien, Pakete aus dem Entwicklungszweig von Debian oder andere Methoden auf das System holen.

Der Standard-Desktop von Debian 8.0 ist Gnome 3.14. Zahlreiche weitere Desktopumgebungen und Window-Manager stehen zur Verfügung, darunter KDE 4.14 mit den KDE-Anwendungen 4.11.13, Xfce 4.10 und LXDE. Eine Auswahl der angebotenen Pakete ist Apache 2.4.10, Asterisk 11.13.1, GIMP 2.8.14, GNU Compiler Collection 4.9.2, Icedove 31.6 (eine abgewandelte Version von Mozilla Thunderbird), Iceweasel 31.6 (eine abgewandelte Version von Mozilla Firefox), LibreOffice 4.3.3, MySQL 5.5.42 oder alternativ MariaDB 10.0.16, Nagios 3.5.1, OpenJDK7u75, Perl 5.20.2, PHP 5.6.7, PostgreSQL 9.4.1, Python 2.7.9 und 3.4.2, Samba 4.1.17, Tomcat 7.0.56 und 8.0.14, Xen 4.4.1 und X.Org 7.7.

Auch im Multimedia-Bereich zeichnet sich Debian 8 durch zahlreiche Neuerungen aus. Die wohl wichtigste Multimedia-Bibliothek ist der FFmpeg-Fork libav in Version 11, die das Abspielen von HECV, einen Opus-Dekoder, Matroska 3D, Apple ProRes und einiges mehr bringt. Die neue libebur128 ist eine freie Implementation der Lautstärken-Empfehlung der European Broadcasting Union (EBU R128), die eine Alternative zu ReplayGain darstellt. Sie ermöglicht es, Audio zu analysieren und beim Abspielen die Lautstärke zu normalisieren. Weitere neue Bibliotheken sind libltc, fftease, lyonpotpourrie, iemlib, pdstring und pd-lua.

Die Version 1.10.0 der LV2-Technologie (Linux Audio-Plugins) steht gemeinsam mit Entwicklungswerkzeugen wie LV2 Toolkit und Vee One Suite und Audio-Plugin-Sammlungen wie x42, zam, ste, Fomp, ab2gate, calf, eq10q, frei0r und Naspro zur Verfügung. Mplayer wurde durch Mplayer2 ersetzt. Viele neue Pakete kamen hinzu und zahlreiche weitere Pakete wurden aktualisiert. Auch dieses Mal kann Debian aus rechtlichen Gründen nicht alle Codecs in der Distribution mitliefern. Die fehlenden Bibliotheken und bisweilen auch neuere Programme kann man aber von deb-multimedia.org beziehen.

Debian 8.0 bringt zwei neue Architekturen, arm64 und ppc64el. Nachdem SPARC und Itanium nicht mehr ausreichend unterstützt werden konnten, gelten sie ebenso wie Debian/kFreeBSD und Debian/Hurd sowie bereits früher ausrangierte Architekturen als inoffiziell. Damit unterstützt Debian 8 offiziell noch zehn Architekturen, neben den beiden neuen x86 in 32 und 64 Bit, 32 Bit PowerPC, IBM S/390 (64 Bit), MIPS in Big- und Little-Endian-Konfigurationen, armel und armhf für 32 Bit ARM-Systeme. Der Kernel ist in den Linux-Varianten von Debian 8 Linux 3.16.7. Wo es für die Unterstützung neuer Hardware nötig ist, wurden allerdings Treiber aus neueren Kernel-Versionen zurückportiert. Weitere Einzelheiten enthalten die umfangreichen Anmerkungen zur Veröffentlichung.

Seit der Vorversion haben die Debian-Projektmitglieder auch wichtige Verbesserungen an verschiedenen Unterstützungsdiensten vorgenommen. Beispielsweise kann man jetzt auf sources.debian.net den gesamten in Debian enthaltenen Quellcode durchstöbern. Zum schnelleren Auffinden von Code dient die Debian-Codesuche. Beide Dienste werden durch ein neu geschriebenes und wesentlich reaktionsschnelleres Paketverfolgungssystem ergänzt.

Debian 8.0 enthält über 75 Übersetzungen und ist in Form zahlreicher verschiedener Installationsmedien verfügbar. Erstmals bietet Debian auch offizielle OpenStack-Images. Anwender, die bereits Debian 7 einsetzen, können ihr System mittels APT aktualisieren. Debian 8 wird dank der erfolgreichen LTS-Initiative wie schon Debian 6 und 7 für fünf Jahre unterstützt.

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Kommentare (Insgesamt: 31 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Vorher formatieren (brrrrrr, Do, 30. April 2015)
Re: Vorher formatieren (brrrrrrrr, Do, 30. April 2015)
Vorher formatieren (G Bruno, Mi, 29. April 2015)
Re: Oracle der Zerstoerer (Solaris, Di, 28. April 2015)
Oracle der Zerstoerer (Lothar Scholz, Mo, 27. April 2015)
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