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Fr, 24. November 2017, 16:08

Software::Grafik

Display-Server Mir richtet sich neu aus

Die Implementierung des Wayland-Protokolls im Display-Server Mir kommt nach Angaben der Entwickler gut voran. Damit wird Mir künftig ein Window-Manager und Kompositor sein, der Wayland-Clients unterstützt. Offen ist eigentlich nur noch, ob er monolithisch oder modular werden soll.

Mirko Lindner

Mir wurde ursprünglich von Canonical entwickelt, um es auf dem inzwischen eingestellten Ubuntu Phone, auf dem Desktop und auf dem Snap-basierten Ubuntu Core in der Anwendung miral-kiosk zu nutzen. Ähnlich wie Wayland ist Mir ein Display-Server, der als modernerer Ersatz für X11 gedacht ist. Er soll vor allem ein effizienteres Compositing ermöglichen und die Sicherheit auf dem Desktop durch stärkere Isolation der Anwendungen erhöhen. Canonical stellte die Entwicklung von Unity und Mir im Frühjahr dieses Jahres ein. Dabei wurde Mir zum Gemeinschaftsprojekt gemacht, das von einigen Freiwilligen weitergeführt wird.

Reichlich spät sind die Entwickler nun zu der Einsicht gelangt, dass neben Wayland kein zweites neues Protokoll benötigt wird. So geht aus einem aktuellen Beitrag hervor, dass Mir jetzt das Wayland-Protokoll spricht. Bald soll dies ausschließlich der Fall sein, die Unterstützung für Mir-Clients soll ganz aufgegeben werden. Ab diesem Zeitpunkt wird Mir nur noch mit Wayland-Clients kommunizieren. Damit wird sich Mir auf die Aufgabe eines Servers, Kompositors und Window-Managers beschränken und nur ein Minimum weiterer Komponenten mitbringen.

Bezüglich dieser Komponenten fragen die Entwickler nun die Benutzer nach der zukünftigen Ausrichtung. Denkbar wäre ein monolithischer Desktop, bei dem der Server, Kompositor und Window-Manager zusammen mit Desktop und Panels eine einzelne Anwendung darstellt. Dies wäre leicht zu implementieren, da keine Interprozesskommunikation benötigt wird, und sicher, da es keine Einstiegspunkte für Anwendungen gibt. Nachteilig wäre, dass die Benutzer keine Komponenten austauschen können, dass ein einziger Fehler irgendwo das ganze Programm zum Absturz bringen würde und dass die Rendering-Pipeline komplexer und langsamer wäre. Aktuell ist die Wayland-Unterstützung der Gnome-Shell wohl so aufgebaut.

Die Alternative dazu wäre ein stark modularer Desktop, also in allen Punkten das Gegenteil des Vorherigen. So arbeiten die X11-basierten Desktops, und die Vorteile werden als durchaus stark angesehen. Daher macht der Beitrag den Kompromissvorschlag, Server, Kompositor und Window-Manager als einzelnen Prozess laufen zu lassen, den Rest aber in separate Prozesse zu legen.

Die Entwickler sind sich ferner noch nicht schlüssig, wieviele Anpassungsmöglichkeiten mit Themes und Effekten sie einbauen sollen. Möglich wäre, wie Unity 8 auf die Bibliothek QtMir aufzusetzen und den ganzen Desktop mit QML zu implementieren. Dies senkte in Unity 8 die Geschwindigkeit durch erhöhte Latenzen, doch das ließe sich nach Meinung der Entwickler beheben. Die Entwickler möchten von den Benutzern ferner wissen, welche Eigenschaften sie am Mir-Desktop am meisten benötigen, beispielsweise Schnelligkeit, saubere Video-Darstellung, intelligenter Wechsel zwischen mehreren Grafikprozessoren und weiteres.

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