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Thema: »Ein Warnschuss vor den Bug«

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Von netsrac am Fr, 25. November 2005 um 10:47 #
>Es reicht vollkommen aus, wenn der Linuxtreiber mit der Markteinführung des Produkts einfach da ist, egal wo (ideal wäre natürlich die Treiber-CD)

Genauso sehe ich das eigentlich auch: der Treiber gehört IMHO zur Hardware und sollte dementsprechend gemeinsam mit der Hardware ausgeliefert werden. Allerdings beißt sich das mit Deiner Aussage von wegen unter Windows umständlich nach Treibern suchen (wobei unter Windows die Treiber ja tatsächlich in der Regel auf einer CD beim Gerät dabei sind) und daß es doch am besten wäre, wenn das Gerät ohne weitere Frimelei einfach so funktionieren würde. Dies wiederum würde voraussetzen, daß der Treiber bereits auf dem System installiert ist. Und das halte ich nicht für realistisch. Aber vielleicht habe ich Dich einfach falsch verstanden.

>So bleiben wir doch mal konkret bei den Treibern von NVIDIA und ATI. Du wirst ja wohl schlecht behaupten können, dass die für den Benutzer das einfachste auf der Welt sind.

Eigentlich kann ich zu diesem Thema überhaupt nichts sagen, da ich keinerlei Erfahrungen mit diesen Treibern habe. Ich wundere mich allerdings regelmäßig über gewisse Leute hier in diesem Forum, die sich ja immer wieder furchtbar über die Treiber aufregen, in erster Linie, weil ihnen nicht paßt, daß ATI und NVIDIA den Quellcode nicht rausrücken. Wofür um Himmels willen haben die sich denn so eine Graphikkarte gekauft ?!? Daß die derzeit im Quellcode verfügbaren Treiber diese Karten nicht wirklich ausreizen, sollte doch allgemein bekannt sein (vor allem wo sich manche - oder gar die meisten - dieser Leute ja als Experten ansehen). Also sollte von vorneherein klar sein, daß man - will man die Karten richtig ausnutzen - auf die nicht-quelloffenen Treiber zurückgreifen muß. Und wenn mir das nicht paßt - dann benutze ich die Karten halt nicht. Aber auf der einen Seite immer die "Jeder Code muß offen sein"-Ideologie raushängen lassen und dann aber nicht-quelloffene Treiber zu verwenden, obwohl es dazu ja gar keinen Zwang gibt, das finde ich doch schon sehr scheinheilig.

>Aber nun du gehst im Grunde garnicht direkt auf meine Argumentation ein

Hmmm, würde ich so nicht sagen. Ich denke, ich habe klar gesagt, daß ich Deine Argumentation für falsch halte. Du gehst nämlich von automatischen Richtigkeit von Folgerungen aus, die meines Erachtens nicht richtig sind. Opera war nur ein Beispiel dafür, daß aus der Verfügbarkeit des Quellcodes keineswegs automatisch ein Vorteil für den Anwender rausspringt.

>Mit den Quellen wäre das für den Distributor kein Problem und der Benutzer würde es mit konsistenterer Optik usw. gutheißen.

Ich denke, insbesondere die Firma Opera, die ja mit vielen Firmen zusammenarbeitet, hätte wenig Probleme damit, im Zuge eines NDA einem Distributor den Quellcode bereitzustellen, damit dieser einen speziellen Build anfertigen kann. Natürlich erhält dieses Privileg nicht jeder.

>Dsa heißt konkret: Auch wenn der Endnutzer nichts mit den Quellen anfangen kann profitiert er von der freien Verfügbarkeit der Quellen

Was Dein Beispiel einer speziellen Opera angeht, habe ich ja gerade schon was dazu gesagt. Allgemein halte ich die Aussage, daß der Endanwender zwangsläufig von offenem Quellcode profitiert, für falsch. Der Endanwender profitiert aus funktionaler Sicht vor allem von Software, die sich mit möglichst wenig Grundrauschen installieren und benutzen läßt. Und da konnte ich als Anwender bislang keinerlei Vorteile bei "Freier" Software ausmachen, ganz im Gegenteil. Von meinen düsteren Windows-98-Zeiten abgesehen (wobei die Probleme da im wesentlich im Konzept des Betriebssystems lagen), habe ich glaube ich noch nie soviel Zeit damit verbracht, einfach nur ein Stückchen Software zum Laufen zu kriegen, wie unter Linux. Ich rede hier nicht mal von Treibern, sondern von ganz normaler Software wie bspw. einem Web-Browser. Versuche doch mal, unter SuSE 7.3 den aktuellen, nicht statisch gebundenen Firefox zu installieren - viel Spaß ! Genau das ist eben auch nicht vorgesehen, niemand hat bei der Konzeption von Linux oder der GLibc oder GTK oder Firefox auf so etwas banales wie Binärkompatibilität geachtet - wozu auch, man hat ja den Quellcode und kann alles immer (wieder) anpassen. Und genau das ist doch, was ich sage: theoretisch ist es ein Vorteil, daß der Quellcode der Software offen verfügbar ist (das bietet ja auch unbestritten Vorteile), in der Praxis entstehen nicht zuletzt dadurch aber auch genau solche Nachteile. Aus dem "kann ich anpassen" wird so ganz schnell ein "muß ich anpassen". Und wenn ich es nicht anpassen kann, weil ich entweder nicht genug Zeit oder genug Know-How habe, dann bin ich eben gekniffen.

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