Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Fr, 18. April 2003, 00:00

Verwenden einer Wheel-Mouse unter Linux

Einführung

Wheel-Mouse

hjb

Wheel-Mouse

Mäuse waren bis jetzt eigentlich immer sehr unangenehme Eingabegeräte. Man kämpfte dauernd mit dem Kabel, mußte ständig mit der Hand zwischen Maus und Tastatur wechseln, und mußte immer sehr genau zielen, wenn man beispielsweise einen Scrollbalken mit der Maus ziehen wollte.

Drahtlose Mäuse (in der Mehrzahl mit Funkübertragung) beseitigen das erste Problem. Und seit es Mäuse mit einem Rädchen anstelle der mittleren Taste gibt, sind auch die anderen beiden Probleme etwas entschärft.

An eine drahtlose Wheel-Mouse gewöhnt man sich innerhalb eines Tages so sehr, daß man sie nicht mehr missen will. Der Preis von etwa 90 DM liegt durchaus im erschwinglichen Bereich. Die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

Dieser Artikel beschreibt, wie man eine Wheel-Mouse unter Linux zum Laufen bekommt. Er bezieht sich speziell auf die Cordless Wheel Mouse von Logitech, jedoch sollte es mit ähnlichen Modellen genauso funktionieren.

Mauswahl

Welche Mäuse funktionieren? Leider habe ich dazu wenig Feedback bekommen. Es ist lediglich bekannt, daß eine bestimmte OEM-Version von Logitechs Maus Probleme macht. Die drahtlose Logitech-Maus gibt es in drei Varianten. Eine davon, weiß mit schwarzem (nicht farbigem) Logo, wird nicht so ohne weiteres unterstützt. Mit diesen Programmen von A. Norman soll es dennoch gehen.

Das einzige andere momentan bekannte Modell, das angeblich nicht funktioniert, ist die Kensington Scroll Mouse-in-a-Box.

Ein neuer Treiber

Installation

Um die Wheel-Mouse zu nutzen, kann man das Programm "imwheel" verwenden, das mir beim Schreiben des Artikels in der Version 0.9.7 vorlag. Es ist von den bekannten Orten im Internet oder von der IMWheel-Homepage frei erhältlich.

Neuerdings sind aber einige Einwände gegen imwheel bekannt geworden. Das Programm enthält mehrere Sicherheitslücken und ist generell ein übler Hack. Man kann die Radmaus auch ohne imwheel verwenden, denn viele Programme haben die nötige Unterstützung schon eingebaut oder können durch Anpassen ihrer X-Ressourcen zur Mitarbeit bewegt werden. StarOffice, SVGALib seit Version 1.3, GNOME und KDE sollten ohne weiteres funktionieren. Für Netscape sind eine Reihe von Definitionen nötig, die man in seine ~/.Xresources- oder ~/.Xdefaults-Datei einbaut. Für einige andere Programme hat die X Mouse Wheel Scroll Page weitere Informationen. Diese Seite ist generell eine Fundgrube für alle Fragen rund um Radmäuse.

Wer sich dafür entscheidet, imwheel dennoch einzusetzen, findet im Folgenden eine detaillierte Anleitung. Auch wer IMWheel nicht verwendet, sollte weiterlesen. Denn ein paar Einstellungen sind an der X11-Konfiguration auf jeden Fall vorzunehmen. Insbesondere wird die Option ZAxisMapping benötigt, wie weiter unten beschrieben.

Wer imwheel in einer vom Distributor vorgefertigte Version findet, kann den Rest des Abschnitts übergehen. Alle anderen müssen den Treiber compilieren. Das macht aber keine Probleme.

Angenommen, wir sind im Verzeichnis, in dem sich die Sourcen befinden, dann geben wir ein:

make
make install

und das war's. Es wird automatisch auch eine neue Version von gpm erzeugt, allerdings mit Compilerflag -g. Das schadet jedoch nicht.

make install kopiert eine neue Version von gpm nach /usr/local/sbin (frühere Versionen landeten in /usr/sbin, was auch nicht besser ist). Dies führt zu Konfusionen, wenn das bisherige gpm in /usr/bin zu finden ist. In diesem Fall verschiebt man /usr/local/sbin/gpm bzw. /usr/sbin/gpm nach /usr/bin. Natürlich macht man vorher eine Sicherheitskopie:

cd /usr/bin
mv gpm /tmp
mv /usr/local/sbin/gpm .

Ein weiterer kleiner Fallstrick der aktuellen Betaversion ist die Konfigurationsdatei für imwheel. Es wird sowohl eine globale Datei /etc/imwheelrc als auch eine benutzerspezifische Datei in ~/.imwheelrc angelegt. Für den ersten Test sollte man ~/.imwheelrc löschen, da Änderungen in /etc/imwheelrc sonst keine Auswirkungen zeigen und man rätselt, woran das liegen könnte:

rm ~/.imwheelrc

Test

Nun ist es an der Zeit, den Treiber zu testen. Falls du die Wheel-Mouse noch nicht angeschlossen hast, tue es jetzt. Ich habe keinerlei Hemmungen, dies im laufenden Betrieb zu tun; auch den Maustreiber stört es normalerweise nicht. Es gibt aber keine Garantie, daß es nicht schadet. Die sicherste Methode ist daher, den Rechner für den Mauswechsel herunterzufahren. Jedoch muß jeder selbst wissen, was er tut. Wenn du X11 laufen hast, solltest du auf jeden Fall wissen, wie du notfalls auch ohne Maus zurechtkommst.

Wenn jetzt die Maus angeschlossen ist, schießen wir den momentan laufenden Maustreiber ab:

gpm -k

und schauen mit "ps ax | grep gpm" nach, ob er wirklich weg ist. Dann starten wir den neuen Treiber. Wenn die Maus am PS/2-Anschluß hängt, ist die Syntax:

gpm -t imps2 -3 -R -W

und an der seriellen Schnittstelle:

gpm -t ms3 -3 -R -W

Das Programm scheint sich sofort zu beenden, läuft aber tatsächlich im Hintergrund weiter. In der Konsole sollte die Maus jetzt wie eine normale 3-Tasten-Maus funktionieren. Das Rad ist, soweit mir bekannt, ohnehin nur unter X11 nutzbar. Unter X11 ist noch ein Trick notwendig. Dazu muß ich einen kleinen Exkurs einlegen.

Das Rad neu (er)finden

Das "imwheel"-Programm kann auf zwei Arten eingesetzt werden. Die eine Art verwendet gpm ohne die Optionen -R und -W und schnappt sich unter X11 direkt den Mauszeiger. Auf diese Methode gehe ich später ein.

Die andere Methode wird vom Autor von IMWheel empfohlen, ich meine jedoch, daß sie nur Sinn macht, wenn man teilweise oder überwiegend an der Konsole arbeitet. Wenn man nur noch in X11 arbeitet, kann man gpm sowieso ganz entfernen.

Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung