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Fr, 27. Juni 2008, 13:07

Gesellschaft::Politik/Recht

Interview zum Stand von LiMux

Der stellvertretende Projektleiter der Münchner Linux-Migration, Florian Schießl, gab dem ORF Auskunft über den aktuellen Stand.

Unter dem Titel »LiMux: Eine Frage der Unabhängigkeit« berichtet Schießl, dass in München derzeit 15 Techniker und fünf Projektleiter an der Umstellung arbeiten. Er betont, dass der Basisclient keine eigene Linux-Distribution ist, sondern lediglich eine Anpassung von Debian. Damit wird die maximale Unabhängigkeit von Anbietern erreicht, meint Schießl. Bei der Verwendung einer Unternehmens-Distribution wäre diese Unabhängigkeit nicht so gegeben.

Die Anpassungen an Debian bestehen laut Schießl hauptsächlich aus Konfiguration, nur in einzelnen Fällen werden Programme aktualisiert, darunter OpenOffice.org. Neben der Migration auf Linux gibt es aber noch einen zweiten Migrationsweg, der Windows beibehält, aber MS-Office durch OpenOffice.org ersetzt. Dies ist notwendig, wo die Fachverfahren nur in einer Windows-Version zur Verfügung stehen. Deren Zahl soll sich aber verringern und bis 2012 sollen 80 Prozent der Arbeitsplätze migriert sein.

Die Münchner Migration betrifft nur die 14.000 Rechner der Stadtverwaltung. Das »pädagogische Netz« verfügt über weitere 28.000 Rechner, die wohl bei Windows bleiben. Für alle Windows-Rechner stellt das Projekt jedoch eine Basis aus freier Software bereit, die Firefox und Thunderbird enthält. So sollen Abhängigkeiten zu Internet Explorer und Outlook ausgeschlossen werden.

Die Kosten der Umstellung liegen derzeit noch weit unter dem Budget von 13 Millionen Euro. So soll dieses Budget statt bis 2008 bis 2011 oder sogar 2012 ausreichen, obwohl laut Schießl viel Geld für ein spezielles Schulungskonzept ausgegeben wurde. Durch die Weiterbildung bezüglich Formatvorlagen in OpenOffice wird nach Meinung von Schießl auch das allgemeine Kompetenzniveau der Mitarbeiter erhöht.

Ebenfalls um OpenOffice.org geht es beim kürzlich freigegebenen Wollmux. Dieses plattformunabhängige Programm stellt laut Schießl eine einfache Client-basierte Lösung dar, um personalisierte Briefköpfe, Textbausteine und Formulare verwalten zu können, und sei einer der Erfolgsfaktoren der Migration. Lobende Worte findet Schießl auch für das Dokumentenformat ODF.

Bedenken, dass durch die Auftragsvergabe für die Entwicklung des Basisclients an ein kleineres Unternehmen ein höheres Risiko bestehe als bei Bindung an große Unternehmen, teilt Schießl nicht, schon aufgrund der Tatsache, dass freie Software eingesetzt wird. Tatsächlich habe es bereits einen Wechsel gegeben, nun sei ein anderer Dienstleister für den Basisclient zuständig. Für die Kollegen in Wien hat Schießl noch einen Tipp parat: Eine Umstellung ist machbar, wenn der Wille dafür vorhanden ist.

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