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Mi, 7. September 2011, 12:24

Software::Büro

OpenOffice.org und LibreOffice driften auseinander

Nachdem der Quellcode von OpenOffice.org bei Apache verfügbar ist und das Projekt wieder an Fahrt aufnimmt, ist es möglich, den aktuellen Quellcode mit dem von LibreOffice zu vergleichen.

Fast schon ein Jahr ist es her, dass sich LibreOffice von OpenOffice.org abspaltete, um von Oracle unabhängig zu werden. Schnell organisierte sich LibreOffice als Gemeinschaftsprojekt und bringt regelmäßig neue Versionen heraus. OpenOffice.org, hauptsächlich von Oracle-Mitarbeitern entwickelt, veröffentlichte im April 2011 noch Version 3.4 Beta, danach kündigte Oracle die Umwandlung in ein Gemeinschaftsprojekt an und übergab das Projekt bald darauf an die Apache Foundation.

Wann OpenOffice.org die nächste offizielle Version herausbringt, steht noch in den Sternen. Das Projekt muss zunächst die Inkubator-Phase bei Apache durchlaufen. Erst wenn es alle Kriterien von Apache-Projekten erfüllt, kann es den Inkubator verlassen. Inzwischen hat das Projekt, das unter anderem von IBM gefördert wird, aber an Fahrt aufgenommen. In den Mailinglisten herrscht rege Aktivität und der Quellcode wurde in das Versionsverwaltungssystem von Apache eingebracht.

Michael Meeks, Mitarbeiter von Suse und eine der treibenden Kräfte hinter LibreOffice, hat sich aus diesem Anlass die Unterschiede im Quellcode von OpenOffice.org und LibreOffice angesehen. Die Unterschiede sind bereits erheblich, selbst wenn man wie Meeks nur die C++-Quelldateien vergleicht. Nach seiner Analyse entfernte LibreOffice 678 Dateien (von ungefähr 21.500). Damit wurde eine Menge obsoleter und nach seiner Ansicht ungenutzter Code entsorgt, darunter obsolete Binärfilter, OS/2-Code und Konnektoren zu Adabas und evo1 und anderen.

Im Gegenzug fügte das Projekt 914 Dateien hinzu, davon alleine 380 für den Filter für Lotus Word Pro. Die weiteren hinzugekommenen Dateien implementieren viele neue Funktionen größerer und kleinerer Art, darunter VBA-Verbesserungen, ein erneuerter RTF-Importfilter, Dateidialoge für ODMA und KDE, OpenXML-Filter-Verbesserungen, neue Modultests, Gtk3-Code, eine AIX-UNO-Bridge und ein SVG-Filter. Lässt man triviale Änderungen außen vor, so wurden laut Meeks 526.000 Codezeilen entfernt und 290.000 neu hinzugefügt.

Durch diese Vielzahl von Änderungen wird es nach Ansicht von Meeks zunehmend schwieriger, Änderungen aus OpenOffice.org zu importieren. Wer jemals glaubte, dass solche Änderungen quasi automatisch in LibreOffice erscheinen, lag demnach falsch. Meeks nimmt an, dass künftig Änderungen aus OpenOffice.org von Hand ausgewählt und dann mit den möglicherweise manuellen Anpassungen in LibreOffice importiert werden müssen. Dies wird nur mit Funktionalität geschehen, die diesen Aufwand wert ist.

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