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Do, 19. März 2020, 12:55

Gesellschaft::Wissenschaft

Neue Open-Source-Projekte zum Kampf gegen COVID-19

Zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie stehen auch diverse freie Software-Projekte bereit. Einige davon wurden von Universitäten und Unternehmen zu diesem Anlass neu freigegeben.

Mirko Lindner

Auf ZDNet berichtet der Journalist Steven J. Vaughan-Nichols, wie einige neue freie Software-Projekte und Initiativen dabei helfen, die COVID-19-Pandemie zu bekämpfen. So hat Penn Medicine, die Medizinabteilung der Universität von Pennsylvania, ihr Programm CHIME unter der MIT-Lizenz freigegeben. CHIME ist ein Werkzeug für Krankenhäuser, das dabei hilft, Kapazitäten zu planen. Krankenhäuser können Angaben über ihre Ausstattung und die Bevölkerung eingeben und damit die Ausbreitung von COVID-19 modellieren. Das Programm gibt dann Auskunft über die zu erwartenden neuen Fälle und die Krankenhausbelegung. Einer der wichtigsten Parameter ist dabei, wie schnell die Zahl der Fälle anwächst - das bedeutet in vielen Regionen der Welt zur Zeit exponentielles Wachstum. In den USA verdoppelt sich die Zahl der Erkrankten alle vier Tage, in weiten Teilen Europas dürfte es ähnlich sein. Hält dieses Wachstum an, wird es im April keine freien Krankenhausbetten mehr geben.

Weitere Software soll vom Pharmakonzern Pfizer freigegeben werden. Allerdings handelt es sich dabei wohl vorerst nur um eine Ankündigung. Demzufolge will Pfizer Software für die Untersuchung von Proben und Modellierung zur Entwicklung von Therapien und Impfstoffen freigeben und appelliert an andere Pharmaunternehmen, es ihnen gleichzutun.

Auf Facebook haben sich mittlerweile Leute organisiert, die Medizinausrüstung als offene Hardware erstellen will. Bauanleitungen für solche Geräte sollen also unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Hintergrund ist die Schätzung, dass es in den USA rund 100.000 Beatmungsgeräte gibt, was zu wenig sein könnte, wenn die Pandemie sich weiter ausbreitet.

Nicht ganz neu ist das Programm Nextstrain, das zum Verfolgen von ansteckenden Krankheiten in Echtzeit dient. Es wurde bereits für Ebola eingesetzt. Jetzt wurde es um die genetischen Daten von Coronaviren von der Global Initiative on Sharing All Influenza Data (Gisaid) erweitert. Das Programm lieferte unter anderem die Erkenntnis, dass sich SARS-CoV2 bereits am 20. Januar in Seattle zu verbreiten begann und damit früher als zuvor angenommen. Es ist zu hoffen, dass diese Software sich als sehr nützlich erweisen wird, denn nur mit möglichst realistischen Modellen des Pandemieverlaufs lassen sich wichtige politische Entscheidungen rechtzeitig treffen.

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Kommentare (Insgesamt: 103 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Corona-Wahn (0byte, Mi, 1. April 2020)
Re[4]: Corona-Wahn (0byte, Mi, 1. April 2020)
Re[4]: Corona-Wahn (Janko Weber, Mo, 30. März 2020)
Re[3]: Corona-Wahn (Janko Weber, Fr, 27. März 2020)
Re[3]: Corona-Wahn (Janko Weber, Fr, 27. März 2020)
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