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Di, 21. Januar 2020, 12:40

Software::Distributionen

Genode stellt Ziele für 2020 vor

Das freie Betriebssystem-Framework Genode plant im Jahr 2020 vier weitere Veröffentlichungen im Abstand von jeweils drei Monaten. Zahlreiche Verbesserungen sollen die praktische Anwendbarkeit erhöhen. In einer parallelen Entwicklung ist auch ein in Spark geschriebener Kernel geplant.

Genode beschreibt kein ganzes Betriebssystem, sondern eine Architektur, wie Prozesse aufbauend auf einem Mikrokernel strukturiert sein können, um in sicherer Art und Weise zusammenzuarbeiten. Die Entwickler haben dazu ein hierarchisches Modell entwickelt und sorgen dafür, dass die einzelnen Komponenten nur innerhalb der Hierarchie in einem vorgegebenen Bereich, »trusted computing base« genannt, kommunizieren können. Genode kann als Kernel unter anderem Linux, verschiedene Varianten des Mikrokernels L4 oder auch eine Weiterentwicklung des Mikro-Hypervisors NOVA nutzen. Auf Basis von Genode wurde Sculpt OS entwickelt, das ein funktionierendes Betriebssystem für normale Anwender darstellen soll und auch die Ausführung von virtuellen Maschinen ermöglicht.

Auch wenn Genode den meisten Benutzern noch unbekannt ist, wurden 2019 bedeutende Fortschritte erzielt, die die Einstiegshürde beträchtlich senkten. Jetzt hat das Projekt seine Ziele für 2020 vorgestellt. Diese sollen die Einstiegshürde weiter senken. SculptOS soll benutzerfreundlicher werden, die Werkzeuge von Genode sollen besser benutzbar werden und die Qualität des gesamten Systems soll weiter verbessert und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dazu sollen auch überzeugende Fälle aufgezählt werden, in denen sich der Einsatz von Genode lohnt.

Fotostrecke: 3 Bilder

Leitzentrale von Sculpt OS
Systemzeitkonzept von Genode 19.08
VM für Captive-Portale in Sculpt OS 19.08
Im Detail sieht der Plan für 2020 wie schon im letzten Jahr wieder vier Veröffentlichungen vor - im Februar, Mai, August und November. Als erstes stehen aktualisierte Audio-Treiber auf dem Plan. SculptOS soll eine verbesserte Administrationsoberfläche erhalten, und die Portierung auf ARM64 mit dem Prozessor i.MX8 soll weitergehen. Die STL-Unterstützung soll bald auch Threads und Mutexe umfassen. Der Desktop soll Panels und virtuelle Desktops erhalten. Als Anwendungsfall soll ein Router unter Genode konzipiert werden. Entwicklerwerkzeuge einschließlich Git sollen nativ laufen.

Später sollen ein Mail-Client und ein Browser nativ laufen. Blockgeräte sollen sich transparent verschlüsseln lassen. Dazu kommt ein Treiber zum Einsatz, der in der Auf Ada beruhenden Programmiersprache Spark geschrieben wurde. Daneben wollen sich die Entwickler an einem komplett in Spark geschriebenen Kernel versuchen. Darüber hinaus sind viele weitere Verbesserungen geplant. Eine vollständige Liste der Ziele, die allerdings nur in Stichworten beschrieben sind, findet man in der veröffentlichten Roadmap.

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