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Mi, 2. Dezember 2009, 00:00

OpenSuse 11.2

Konfiguration der Installation

Bereits beim ersten Blick fallen bei den Installationsmasken zwischen dem Menü und dem eigentlichen Installationsbereich drei kleine Punkte auf. Damit lässt sich nun endlich bei der Konfiguration das teilweise störende Menü abschalten. Vorbei sind die Zeiten, in denen bei manchen Auflösungen ein Drittel des Bildschirms für das Menü verbraucht und die eigentliche Konfiguration unnötig zusammengestaucht wurde.

Leichte Installation von Paketgruppen

Mirko Lindner (demon)

Leichte Installation von Paketgruppen

Das Partitionierungstool von Yast wurde, nachdem es der Hersteller bereits in der letzten Version massiv überarbeitete, nur geringfügig geändert. So erlaubt das Tool unter anderem in der Vorschlagmaske, die Volume-Gruppen zu verschlüsseln. Darüber hinaus hat Novell für OpenSuse nun Ext4 als Standarddateisystem voreingestellt. Mitgeliefert, wenn auch nicht offiziell unterstützt, wird auch Brtfs. Erfreulich ist, dass das neue Tool dem Anwender nun die Möglichkeit gibt, die Bootpartition frei zu wählen. Ferner ermöglicht die Konfiguration des Bootloaders die Aktivierung von SELinux, das nun offiziell von Novell in der neuesten OpenSuse-Version mitgeliefert wird. Eine weitere Neuerung erleichtert dem Anwender die Auswahl der VGA-Modi.

Unschön verhält sich OpenSuse allerdings bei der Installation auf einem System, auf dem bereits eine Linux-Distribution eingerichtet und von OpenSuse überschrieben wurde. In diesem Fall behielt der Installer in der Standardeinstellung den alten GRUB-Eintrag und hinterließ damit ein nicht startendes System. Erst eine manuelle Korrektur der GRUB-Konfiguration brachte hier Abhilfe.

Zu den weiteren Veränderungen der aktuellen OpenSuse-Distribution gehört eine geänderte Softwareauswahl. Die teilweise ziemlich unübersichtliche Maske wurde komplett geändert. Zwar ist die Anzeigenauswahl mittels eines Pop-Down-Menüs immer noch geblieben, doch lässt sich dieses nun abklemmen und das Tool öffnet bei jeder Konfiguration einen neuen Reiter. Neu hinzugekommen ist nun auch die Anzeige der Pakete anhand der RPM-Gruppen. Einen Fauxpas leistete sich Novell allerdings auch hier. Der ehemals komplett ins Deutsche übersetzte Bereich ist nun gänzlich auf Englisch gehalten. Nicht nur die Beschreibungen der Bereiche, sondern selbst die Titel sind plötzlich in der englischen Sprache.

Softwareausstattung

Veränderte Softwareinstallation

Mirko Lindner (demon)

Veränderte Softwareinstallation

Die Softwareausstattung ist OpenSuse-typisch üppig ausgefallen. Erweitert man noch die Quellen um die allseits bekannten Alternativquellen, so gibt es kaum eine Applikation, die nicht für OpenSuse angeboten wird. Hier hat OpenSuse sicherlich neue Standards gesetzt. Während bei anderen Produkten beispielsweise Gemeinschafts-Repositorien noch manuell eingetragen werden müssen, listet OpenSuse bereits von Hause aus die wichtigsten Quellen auf. Hinzu kommt noch das eigene Build-System, das von vielen Applikationen die neuesten Versionen anbietet.

OpenSuse hat die von der Gemeinschaft beigetragenen Repositorien sicherlich nicht erfunden. Aber die mittlerweile veröffentlichten Tools und Systeme scheinen interessierte Entwickler anzuspornen, jedes noch so eine kleine Programm in der neuesten Version anzubieten. Stellvertretend sei hier als Beispiel der Samba-Server genannt, der nur wenige Stunden nach der Freigabe einer ersten Testversion von 3.5.0 bereits im Softwareverzeichnis des Distributors zu finden war.

Um den Zugriff auf die Software zu erleichtern, fügte Novell der Distribution eine Erweiterung von Yast unter dem Namen »webpin« hinzu. Die Komponente ermöglicht es Anwendern, direkt den OpenSUSE Build Service zu durchsuchen, ohne dass sie die Weboberfläche bemühen müssen. Die Benutzung der Anwendung gestaltet sich allerdings noch ein wenig holprig und lässt eine feinere Suche genauso vermissen wie eine einfache Sortierung. Hier sollte der Hersteller noch ein wenig nachbessern und nicht nur die fehlenden Funktionen, sondern auch die Bedienung überarbeiten. Trägt man beispielsweise in das Suchfenster einen Begriff ein und betätigt die Eingabe-Taste, so sucht das Tool nicht nach Paketen, sondern startet eine Installation.

OpenSuse glänzt unter anderem durch eine einfache Installation

Mirko Lindner (demon)

OpenSuse glänzt unter anderem durch eine einfache Installation

Multimedia

Mit der Freigabe von OpenSuse 11.2 läutet der Distributor ein neues Zeitalter ein, in dem das Produkt wieder ohne eine vollwertige Wiedergabe von MP3-Dateien daher kommt. Nach einem Streit mit Fluendo entfernte OpenSuse das proprietäre, aber kostenlose GStreamer-MP3-Plugin. Wie der spanische Hersteller gegenüber Pro-Linux sagte, stellte der Grund für den Streit die Tatsache dar, dass Novell zwar die MP3-Lösung des Herstellers nutzte, sich bei der Lizenzierung von anderen Codecs aber an einen Konkurrenten wandte. Fluendo untersagte daraufhin den Nürnbergern die Nutzung seines Produkts in der Standarddistribution.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Versuch, diverse Multimediacodecs abzuspielen, und bei der DVD-Wiedergabe von CSS-geschützten Videos. Auch hier versagt das neueste Produkt. Der Fairness halber sei allerdings erwähnt, dass dies nicht an OpenSuse liegt, sondern an lizenzrechtlichen Gründen. Wer allerdings ein wenig sucht, kann die benötigten Pakete wie immer schnell im Internet finden. Dasselbe gilt auch für typische Windows-Formate wie .wmv. Auch hier müssen die entsprechenden Dateien in Eigenregie vom Netz heruntergeladen und installiert werden.

Aus Sicht des Autors könnte sich Novell allerdings Gedanken machen, wenigstens der Boxversion einen lizenzierten Videoplayer beizulegen. Geht man von der Tatsache aus, dass die Boxversion oftmals von Anwendern gekauft wird, die erstmals mit Linux in Berührung kommen, wäre es nicht nur eine nette Geste, sondern auch eine Erleichterung vor allem für Neulinge, eine leichtere Wiedergabe von MP3 und DVD anzubieten. Entsprechende kommerzielle Lösungen gibt es mittlerweile zur Genüge.

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