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Do, 27. April 2017, 15:00

Streifzug durch Ubuntu 17.04

Dieser Artikel beleuchtet die Neuerungen von Ubuntu 17.04 »Zesty Zapus«. Dabei werden die Desktop-Ausgaben mit Gnome und KDE etwas genauer angesehen.

Desktop von Ubuntu Gnome

Hans-Joachim Baader

Desktop von Ubuntu Gnome

Generelles

Ubuntu 17.04 »Zesty Zapus« ist wie geplant am 13. April erschienen. Diese Ausgabe erhält in allen ihren Varianten ab der Veröffentlichung neun Monate lang Unterstützung. Wer eine längere Unterstützung wünscht, sollte Ubuntu 16.04 LTS einsetzen.

Der Schwerpunkt des Artikels liegt zur Abwechslung einmal nicht auf auf den Desktopumgebungen Unity und KDE, sondern Gnome und KDE. Anlass war der Beschluss, Unity einzustellen und bereits mit Ubuntu 17.10 wieder zu Gnome als Standard-Desktop zurückzukehren. Bei Unity 8 ist daher mit keiner weiteren Entwicklung zu rechnen. Unity 7 wird zwar noch bis mindestens 2021 in Ubuntu 16.04 LTS unterstützt, doch Neuerungen wird es dort wohl auch nicht mehr geben. Es sei denn, dass die Gemeinschaft beide Versionen der Desktop-Umgebungen fortführt, was durchaus möglich, aber noch nicht sicher ist.

Doch auch die Änderungen in den anderen Ubuntu-Varianten sollen kurz aufgeführt werden. Außerdem soll auch die Software, die allen Varianten gemeinsam ist, in diesem Abschnitt zur Sprache kommen. Das meiste davon kann nur kurz beschrieben werden, da es sich einem eingehenden Test entzieht.

Ubuntu 17.04 verwendet den Linux-Kernel 4.10, der wie immer zahlreiche Verbesserungen und Neuerungen mit sich bringt und den älteren Kerneln in Sachen Funktionalität, Geschwindigkeit und Energieeffizienz überlegen sein sollte. Da die Änderungen immer über sehr viele Bereiche verteilt sind, wird es immer schwieriger, einzelne Neuerungen herauszuheben. In Linux 4.10 dürfte jedoch für den Desktop-Bereich die größte Bedeutung haben, dass Optimierungen beim Schreiben auf die Festplatten und bei der Reaktion auf Festplattenfehler in RAID-Systemen lästige Verzögerungen reduzieren sollen.

Ubuntu 17.04 führt das Drucken ohne Treiber ein. Für viele Drucker sind nun keine spezifischen Treiber mehr nötig. Dies gilt für alle Drucker, die IPP Everywhere oder Apple AirPrint unterstützen, sowie für viele, die PDF, PostScript oder PCL verarbeiten können. Bei Neuinstallationen wird statt einer Swap-Partition eine Swap-Datei angelegt. Die Unterstützung für die 32-Bit-Variante von PowerPC wurde aufgegeben.

Server-seitig bietet Ubuntu OpenStack Ocata, qemu 2.8, libvirt 2.5, LXD 2.12, DPDK 16.11.1 und viele weitere Server-Software an. Auf dem Desktop gibt es in dieser Version in erster Linie Korrekturen und Aktualisierungen. Unity ist weiter in Version 7.5 enthalten, Unity 8 ist alternativ verfügbar. Viele Anwendungen erhielten mehr oder weniger große Verbesserungen. So wurden die von Gnome kommenden Anwendungen größtenteils auf Version 3.24 gebracht, Ausnahmen sind der Dateimanager Nautilus (3.20), Terminal (3.20), Evolution (3.22) und Software (3.22). LibreOffice wird in Version 5.3 mitgeliefert.

Die neueste offizielle Variante der Ubuntu-Familie ist Ubuntu Budgie. Diese setzt auf Budgie, den bei Solus entstandenen Fork von Gnome 3.10, als Standard-Desktop. In späteren Versionen will Budgie allerdings von GTK+ als Toolkit auf Qt 5 wechseln, da die nötig gewordene enge Bindung an Gnome ständig Probleme bereitet.

Kubuntu liefert als Desktop Plasma 5.9 und die KDE-Anwendungen in Version 16.12.3 mit. Eine Ausnahme bilden die KDE PIM-Anwendungen, die vorerst bei Version 16.04.3 bleiben. Die Basis bilden die KDE Frameworks 5.31. Weitere Bestandteile sind Calligra 3.0.1, die neueste Version von Krita, eine auf Qt 5 portierte Vorschauversion von K3B und Kdevelop 5.0.

Lubuntu bleibt nun doch bei LXDE und verschiebt den Wechsel zu LxQt auf später. Gegenüber Version 16.10 gab es einige Updates, Fehlerkorrekturen und eine Erneuerung des Erscheinungsbildes. Ubuntu Gnome, das wohl ab der nächsten Version wieder die Standard-Version von Ubuntu sein wird, aktualisierte Gnome auf Version 3.24. Ubuntu Kylin, die Variante für chinesische Nutzer, verwendet nun die Desktop-Umgebung UKUI, die auf Mate beruht.

Ubuntu Mate enthält Version 1.18 von Mate, die vollständig auf GTK+ 3 portiert ist. Von Elementary wurde eine neue Sammlung von Icons übernommen, von Solus das Brisk-Menü. Neben den überarbeiteten Mate-Themes steht auch ein neues dunkles Theme bereit. Ubuntu Studio verwendet wie Xubuntu Xfce als Desktop. Neben den gemeinsamen Änderungen aller Ubuntu-Varianten wurde Krita wieder hinzugefügt. Xubuntu kommt mit einigen Xfce-Aktualisierungen, mit denen einige weitere Komponenten auf GTK+ 3 portiert wurden.

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