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Do, 8. November 2018, 15:00

Streifzug durch Ubuntu 18.10

Dieser Artikel beleuchtet die Neuerungen von Ubuntu 18.10 »Cosmic Cuttlefish«. Dabei werden die Desktop-Ausgaben mit Gnome und KDE etwas genauer betrachtet.

Hans-Joachim Baader

Generelles

Ubuntu 18.10 »Cosmic Cuttlefish« ist wie geplant am 18. Oktober erschienen. Mit dem Erscheinen von Ubuntu 18.04 LTS vor einem halben Jahr begann ein neuer Entwicklungszyklus, der im April 2020 in der langfristig unterstützten Version 20.04 LTS münden wird. Der kosmische Tintenfisch ist die erste Veröffentlichung in diesem Zyklus. Wie immer wurden mehrere Varianten zugleich veröffentlicht, die sich in der vorinstallierten Software, vor allem dem Desktop unterscheiden, aber auch Server- und Cloud-Varianten. Das »eigentliche« Ubuntu bringt Gnome als Desktop und eine eher kleine Auswahl von Software mit. Doch den Ubuntu-Nutzern steht eine umfangreiche Software-Auswahl in den Repositorien von Ubuntu, zusätzlichen Repositorien von Entwicklern und Herstellern und zunehmend auch als Snaps zur Verfügung. Ubuntu 18.10 und alle seine Varianten erhalten ab der Veröffentlichung neun Monate lang Unterstützung. Wer eine längere Unterstützung wünscht, sollte Ubuntu 18.04 LTS einsetzen.

Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf den Desktopumgebungen Gnome und KDE, die nach wie vor die beiden meistgenutzten sind. Doch auch die Änderungen in den anderen Ubuntu-Varianten sollen kurz aufgeführt werden. Außerdem soll auch die Software, die allen Varianten gemeinsam ist, in diesem Abschnitt zur Sprache kommen. Das meiste davon kann nur kurz beschrieben werden, da es sich einem eingehenden Test entzieht.

Die gemeinsame Basis aller Varianten ist der Linux-Kernel, der auf Version 4.18 beruht. Linux 4.18 bietet unter anderem eine Unterstützung für den AMD-Grafikprozessor Radeon RX Vega M, vollständige Unterstützung für Raspberry Pi 3B und 3B+ sowie Qualcomm Snapdragon 845, viele Verbesserungen für USB 3.2 und USB Typ C, Intel Cannonlake-Grafik und erhebliche Verbesserungen bei der Energieverwaltung. Bei Skylake X-Servern wird der P-Zustand unterstützt und auf der POWER-Architektur werden Speicherschutzschlüssel unterstützt. KVM unterstützt die verschlüsselte Virtualisierung von AMD. Weitere Neuerungen sind Shared Memory Communications Remote und Direkt (SMC-R/D), Open for Business (OFB) und zcrypt auf IBM Z. Einzelheiten kann man den Anmerkungen zur Veröffentlichung entnehmen.

Ein großer Teil der verfügbaren Software wurde aktualisiert. Bei der Server-Software findet man unter anderem OpenStack »Rocky«, qemu 2.12, libvirt 4.6, Open vSwitch 2.10, cloud-init 18.4, Curtin 18.1.59, MAAS 2.5b2, SSSD 1.16.3, Apache 2.4.34, Nginx 1.15.5, PHP 7.2 und DPDK 17.11. LXD ist nicht mehr als Paket erhältlich, sondern nur noch als Snap, wo es in Version 3.6 verfügbar ist.

Auf dem Desktop blieb es auch in dieser Version bei X11 als Standard-Display-System. Wayland ist lediglich als technische Vorschau enthalten und soll erst in einer der nächsten Versionen, spätestens für Ubuntu 20.04 LTS, zum Standard werden. Gnome ist in Version 3.30 enthalten, LibreOffice in Version 6.1. OpenSSL wurde auf die Version 1.1.1 aktualisiert, die Unterstützung für TLS 1.3 mitbringt. OpenSSL 1.0.2 ist zusätzlich enthalten, soll aber in der nächsten Version entfallen. glibc wird in Version 2.28 genutzt. Für Entwickler und Nutzer stehen unter anderem verbesserte Cross-Compiler, OpenJDK 11, boost 1.67, rustc 1.28, GCC 8.2 mit Updates, python 3.6.7 und 3.7.1, ruby 2.5.1, php 7.2.10, perl 5.26.2 und golang 1.10.4 bereit.

Die Varianten mit Gnome und KDE werden in späteren Abschnitten behandelt. Lubuntu 18.10 setzt erstmals LXQt als Standard-Desktop ein. LXDE wird nicht mehr unterstützt, obwohl es noch in den Archiven vorhanden ist. Wer LDXE weiter nutzen möchte, dürfte bei einer Neuinstallation besser dran sein, wenn er Ubuntu oder Xubuntu als Basis nutzt. LXQt ist in Version 0.13.0 mit Qt 5.11.1 enthalten. Ferner bringt Lubuntu als Standard-Anwendungen Firefox 62 ESR, den Dateimanager PCManFM-Qt und LibreOffice als Office-Suite mit.

Ubuntu Budgie kommt mit Budgie 10.5 und wechselt aufgrund des Wunsches der Mehrheit der Benutzer von Chromium zu Firefox als Standard-Webbrowser. Es aktualisiert die Gnome-Apps auf den Stand von Gnome 3.30. Es bringt mehr Applets, mehr Anpassungsmöglichkeiten, dynamische Workspaces und Erweiterungen des eigenen Themes Pocillo. Ubuntu Kylin, die Variante, die spezifische Software für chinesische Nutzer und die auf Mate beruhende Desktop-Umgebung UKUI enthält, bringt in der neuen Version ein biometrisches Identifikations-Framework mit der zugehörigen Verwaltung mit. Das Login- und Bildschirmsperrprogramm wurde erneuert. Außerdem enthält Kylin ein neues Setup-Programm, mehr angepasste Anwendungen und Aktualisierungen der spezifischen Anwendungen, darunter WPS-Office.

Ubuntu Mate bleibt bei Mate 1.20. Die einzige Neuerung sind zwei spezielle Installations-Images für die Mini-Laptops GPD Pocket und GPD Pocket 2. Ferner sollen bald Images für Raspberry Pi erscheinen. Ubuntu Studio hat dieselben Änderungen wie Xubuntu erfahren. Es ist ausschließlich als 64-Bit-System verfügbar. Die Audio-Regler erhielten zahlreiche Verbesserungen und liegen in Version 1.6 vor. Gimp und Krita wurden ebenso aktualisiert wie zahlreiche weitere Multimedia-Programme. Mypaint wurde vorübergehend entfernt, Pikopixel.app kam neu hinzu.

Xubuntu bringt eine Menge Aktualisierungen für Xfce und die mitgelieferten Anwendungen, von denen viele von Mate kommen. Ein neues Hintergrundbild, ein aktualisiertes Icon-Theme und das aktualisierte Desktop-Theme Greybird runden die neue Version ab.

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